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Was gehört zum klassischen Städtetrip unbedingt dazu?
Natürlich ein Einkaufsbummel.

In der historischen Klagenfurter Altstadt, die gänzlich zur Fußgängerzone erklärt wurde, ist man da goldrichtig. Hier lässt es sich zwischen Kunsthandwerksläden, Modegeschäften, Luxusboutiquen, Parfumerien, Buchhandlungen und edlen Warenhäusern wunderbar bummeln. Souvenirs, Schönes und Süßes, Altes und Neues, Interessantes und Wissenswertes werden hier in Hülle und Fülle geboten und man sieht ganz nebenbei zwei wichtige Sehenswürdigkeiten der Stadt. Den Lindwurm am Neuen Platz und das Wörtherseemandl am Dr.-Arthur-Lemisch-Platz.  Zwischendurch eine Stärkung in einem der vielen Restaurants oder Cafés runden den Spaziergang ab, auf dem man vielleicht auch das eine oder andere Schnäppchen findet.

Ebenfalls  direkt in der Innenstadt gibt es mit den City Arkaden ein klassisches Einkaufszentrum, etwas weiter außerhalb findet sich mit dem Südpark ein zweiter Shopping-Tempel, allerdings in etwas kleinerer Ausführung. Lukullischen Genießern sei der Wochenmarkt, der Klagenfurter Benediktinermarkt, empfohlen. Donnerstags und samstags bieten hier regionale Anbieter aus Kärnten, Friaul und Slowenien ihre Produkte an  - alles frisch, aus biologischem Anbau und unvergleichlich köstlich. 

MARKTRUNDGANG MIT CHRISTIAN CABALIER

Wenn Christian Cabalier über knackigen Spargel, feinen Fisch und erlesenen Wein zu sprechen beginnt, glitzern seine Augen und Ideen für neue Gerichte mit der gewissen Cabalier-Note sprudeln nur so aus ihm heraus.

"Eibischtee unterstreicht zum Beispiel den zarten Eigengeschmack des Spargels. Und das Ganze wird in einer Teekanne serviert", erzählt der gefeierte Spitzenkoch, der nach knapp 30 Jahren in der Top-Gastronomie in etlichen Ecken Europas nach Klagenfurt zurückgekehrt ist.

"Die letzten zehn Jahre bin ich sieben Tage die Woche in der Küche gestanden. Nun ist es für mich Zeit geworden, etwas leiser zu treten. Ich will ohne Druck kochen und dabei den direkten Kontakt zu meinen Gästen genießen", sagt der 49-Jährige, der nach Hamburg, Wien oder Zürich gehen hätte können, um einen Neustart zu wagen. Doch er hat sich für seine Heimat entschieden und im März die "Kochwerkstatt" mitten im kulinarischen Herzen von Klagenfurt eröffnet: auf dem Benediktinermarkt.

Dass er dort mehr ins Schwitzen geraten würde, als eigentlich geplant, hätte der Business-Gastronom „im Leben nicht gedacht“. „Im Schnitt koche ich mittags 170 Teller. Ich habe vielleicht mit der Hälfte gerechnet“, erzählt der 49-Jährige, der jedes Risotto frisch anrührt, jedes Gericht frisch zubereitet. Dem Heimkehrer ist es wichtig, jedem einzelnen Gast eine Gaumenfreude zu machen. „Ein frisch zubereitetes Risotto schmeckt einfach anders und das schätzen meine Gäste, auch wenn sie mittags ein klein wenig Geduld mitbringen müssen.“

Für Cabalier ist Kochen nicht nur ein Job, es ist seine Berufung - seine Leidenschaft. Und das schmeckt man. Von montags bis samstags zaubert er in seiner offenen Küche in der Markthalle ab 11 Uhr Gerichte wie Krustentiertörtchen mit Stangensellerie, Grüner Apfel und Belugalinsen, frische Pasta Sarda mit Blattspinat, Frühlingsgemüse und Gambarettli oder Butterschnitzl mit Paprikacreme und Trüffel und Steinpilzpüree sowie Risotto mit Steinpilzcreme, Birne und Dreierlei Frischkäse. Auch Mini-Käsnudeln gibt es in der „Kochwerkstatt“ - und zwar in den ausgefallensten Varianten. „Einmal mit einer asiatischen Note im Wok mit Pinienkernen und Sweet Chili Sauce, ein anderes Mal mit Scampisauce, Grünem Tee und geräuchertem Ricotta. Kärntner Küche mit neuem Twist eben“, erklärt der Heimkehrer, dessen ehemaliges "Bistro Apetit" in Zagreb mehrfach zum besten Restaurant Zagrebs und Kroatiens gekürt worden ist.

Wer denkt, dass Cabaliers Tageskarte nur für dicke Brieftaschen ist, irrt. „Ich will nicht als Gourmettempel gesehen werden, sondern als einen Ort der Begegnung, wo man ausgezeichnet, preiswert essen und trinken kann“, erklärt der Klagenfurter. Mittags gibt es zum Beispiel die fruchtige Toskanische Tomatensuppe mit Brotwürfel und Parmesan ab 4,50 Euro, die schon zum Klassiker auf der Karte gehört. Besonders beliebt sind auch die luftigen Topfenknödel auf Erdbeeren-Tomaten mit Pistazieneis und geriebener Tonkabohne um 5,50 Euro. „Gerade die Kombination von Obst und Gemüse kommt bei den Gästen ungemein gut an“, sagt Cabalier, der – wenn er nicht gerade in der Nacht die Speisekarte zusammenstellt - an einer deutschen Ausgabe seines international gefeierten Kochbuches arbeitet.

Die Zutaten kauft Cabalier vorwiegend bei seinen Nachbarn ein - also den Benedikintermarkt-Standlern. Das erstklassige Olivenöl zum Beispiel nimmt Cabalier bei Livia Montecalvo mit, beim Marktstand der Klagenfurter Gärtnerei Behr lässt sich Cabalier vom bunten Angebot inspirieren. Und beim Zenz Bauer wird nicht nur Schmäh geführt, auch herzhafte Wurst und Fleisch aus Launsdorf kommen in seinen Korb und werden in der „Kochwerkstatt“ verarbeitet.

Von 11 bis 15 Uhr steht Cabalier durchgehend und voll konzentriert in der kleinen, aber feinen Schauküche, bis er das erste Mal durchschnaufen kann. Aber nur kurz, denn meist stellen sich am späten Nachmittag bereits die nächsten hungrigen Besucher bei ihm ein. „Auf Anfrage bekoche ich abends auch Frauen- und Männerrunden. Letztens hatte ich wieder eine Mädchen-Geburtstagsrunde bei mir, die sich mit Prosecco und sieben erstklassigen Gängen verwöhnen hat lassen“, schwärmt der Meisterkoch, der als eidgenössischer Schweizer Diplom-Sommelier auch über eine exklusive Weinauswahl verfügt.

Kochwerkstatt. Montag bis Samstag, ab 10 Uhr geöffnet (Kaffee und Frühstück), 11 bis 15 Uhr warme Küche. Nachmittags/abends nur auf Vorbestellung. www.facebook.at/kochwerkstatt.am.markt, Tel. 0664 2178877
Einen virtuellen Marktrundgang mit Christian Cabalier findet man hier auf Genusslust.Info

Bild: Benediktinermarkt Bild: Benediktinermarkt Foto: (c) Pixelpoint - Wolfgang Handler

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