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das Stadttheater Klagenfurt an einem schönen Sommertag, Front des Stadttheaters, Frauenstatuen links und recht am Dach, Blumenrendeau im Vordergrund mit vielen bunten Blumen, strahlend blauer Himmel
(c) Helge Bauer

Neues aus dem Stadttheater Klagenfurt

Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude – und mit ihr werden wir nun noch ein bisschen länger „beglückt“. Denn erst der Wonnemonat wird die neuen Aufführungen einläuten für alle Freunde der Bretter, die die Welt bedeuten: Das Stadttheater Klagenfurt öffnet seine Pforten am 20. Mai!

Über mögliche erste Öffnungsschritte für Veranstaltungen im Kulturbetrieb wurde entsprechend der Infektionslage laufend diskutiert und nun scharren die Ensembles österreichweit tatsächlich in den Startlöchern.
Das Stadttheater Klagenfurt nimmt am Donnerstag, 20. Mai 2021 den künstlerischen Betrieb auf:
„Wir wünschen uns nichts mehr, als wieder spielen zu können“ (Aron Stiehl, Intendant des Stadttheaters Klagenfurt) – und das geschieht jetzt auch!

Intendant Aron Stiehl steht im Theater und breitet die Arme aus um die Zuschauer willkommen zu heißen, er lächelt und trägt einen blauen Anzug und ein weißes Hemd
Aron Stiehl (c) Helge Bauer

Wir möchten Ihnen hier einen kleinen Vorgeschmack auf die kommenden Genüsse der Inszenierungen von Il Barbiere di Siviglia und Der Vogelhändler geben, die in der unfreiwillig etwas kurzen Saison noch Platz finden. Etwaige Änderungen können wir in Zeiten wie diesen leider nicht ausschließen, aber Hauptsache, es geht wieder los!

Sicherheit geht vor

Der Beginn sämtlicher Vorstellungen wird auf 19.00 Uhr gelegt.

Aufgrund der Corona-Sicherheitsmaßnahmen muss die Hälfte der Sitzplätze frei bleiben – und es wird selbstverständlich das bewährte Sicherheitskonzept zum Einsatz kommen. Zusätzlich zu Registrierung, Abstand und FFP2-Maske ist der Nachweis des Gesundheitsstatus (geimpft, genesen oder getestet) Voraussetzung für den Theaterbesuch.

Die Theaterkasse ist für alle Fragen rund um Rückerstattung, Abonnement und Spielbetrieb telefonisch und per E-Mail erreichbar:
Montag bis Freitag von 9.00 Uhr – 13.00 Uhr
Theaterplatz 4, 9020 Klagenfurt am Wörthersee
+43 463 54064
kartenkasse@stadttheater-klagenfurt.at

La Vita è bella – trotzdem!

Bis das Ensemble durchstartet, ist das Stadttheater Klagenfurt online und in den Medien präsent. Menschen, die dem Theater verbunden sind, teilen ihre Gedanken, Ideen, Texte, Dialoge, Musik und Tanz virtuell in der Loge 10.

Was fehlt am meisten in dieser Zeit ohne Theater? Wie begegnen wir den gesellschaftlichen Veränderungen? Wie können wir unsere friedliche Koexistenz in einer vielfältigen Gesellschaft konstruktiv gestalten? Mit mehr Lebensfreude und Zusammenhalt in dieser besonderen Zeit. Sehens- und hörenswert!

Noch ein Lichtblick: der neue Dirigent

Der gebürtige Australier Nicholas Milton ergreift ab der Spielzeit 2021/2022 den Taktstock des Kärntner Sinfonieorchesters. Als sein Debüt wird Richard Wagners Oper Die Walküre anlässlich der Eröffnung der kommenden Herbstsaison vorbereitet.

Nicholas Milton wird für seine herausragenden Interpretationen eines breitgefächerten Repertoires hochgeschätzt, neben seiner Tätigkeit als künstlerischer Leiter und Chefdirigent des Göttinger Symphonieorchesters hat er bereits Konzerte mit dem Kärntner Sinfonieorchester erarbeitet.

neuer Chefdirigent des Stadttheater Klagenfurt, Nicholas Milton mit Taktstock in der Hand und die Hand erhoben, er blickt auf sein Orchester und ist sehr konzentriert
Nicholas Milton (c) Christoph Mischke

Mit 19 Jahren zum jüngsten Konzertmeister Australiens ernannt, begann der Künstler zunächst eine erfolgreiche Karriere als Solo-Violinist und Kammergeiger, bevor er sich dem Dirigieren widmete und eine raketenhafte internationale Karriere startete, an Stationen wie Berlin, Wien, Leipzig, Jena, Saarbrücken, Sydney und Canberra. Seine Diskografie umfasst ca. 60 Aufnahmen, 2016 erfolgte eine Nominierung für den Grammy. Klagenfurts verwöhntes Opern- und Konzert-Publikum darf sich freuen!

Il Barbiere di Siviglia

Eigentlich hätten die schwungvollen Klänge ja schon im letzten Frühjahr ertönen sollen, aber da hatten wir andere Sorgen. Nun – neues Jahr, neues Glück?!

Die Uraufführung der heute so beliebten Oper geriet 1816 durch etliche Pannen zu einem Fiasko: Es rissen die Saiten der Gitarre, mit denen der Graf seinen Liebesgesang begleiten sollte, ein Sänger blieb an einer Latte hängen, stürzte und erntete dafür hämischen Applaus, und im Finale soll sogar eine Katze auf der Bühne erschienen sein, die das Publikum zum Miauen anregte. 

Si non è vero, è ben trovato …

Solche unfreiwilligen Einlagen sind in Klagenfurt wohl (hoffentlich) nicht zu erwarten.

Das ist zur Steigerung des Genusses auch nicht nötig, denn die berühmte und beliebte Opera buffa sprüht vor Erotik, Witz und brillanten Melodien. Giachino Rossini komponierte diese Oper mit 23 Jahren in nur zwei Wochen! Die Musik reißt im atemberaubenden Tempo mit. Serenaden, Duette und Ensembles unterstreichen durch vielfältige Koloraturen in den Gesangslinien den Humor der Handlung. Der Einfallsreichtum ist grenzenlos, Crescendo im Orchester wird ganz gezielt eingesetzt, um die Spannung der Handlung so zu erhöhen, dass das Publikum den Atem anhält, mit den Füssen den Takt mitklopft und schließlich vor Begeisterung fast explodiert.

eine Gruppe von Menschen steht mich hoch erhobenen Händen in einem überdimensionalen, zusammengerollten Notenblatt, sie schauen erstaunt, die drei Männer im Vordergrund singen, einer hält eine Waffe in der Hand
il barbiere di siviglia (c) Helge Bauer / Stadttheater Klagenfurt

Natürlich kennen Sie die Handlung dieser „Oper der Superlative“: Der Barbier kommt nicht nur zu Rasur und Haarpflege ins Haus, er ist, wie er selbst von sich sagt, ein „Factotum della cittá“, einer, der jedem für fast jeden Dienst zur Verfügung steht. Die Bezahlung muss halt stimmen. Als selbständiger Dienstleister ist er oft gestresst, doch das hält ihn nicht ab, den Auftrag eines vermeintlichen Studenten anzunehmen, der bei seiner Werbung um eine Schönheit Unterstützung benötigt. Figaro kennt die Verhältnisse: Die begehrte junge Frau lebt als Mündel unter der Aufsicht eines älteren, griesgrämigen Akademikers. Der will sie selbst zur Ehefrau, wenn nötig, unter Zwang. Natürlich siegen die Jugend und die Liebe.

Das allererste Repertoirestück der Theatergeschichte, seit seiner Uraufführung 1816 ohne Unterbrechung auf Spielplänen der Opernhäuser zu finden!

Die Inszenierung des Klassikers im Stadttheater Klagenfurt stammt von Laurent Pelly, einem der meistgefragten Regisseure Frankreichs. Für alle seine Produktionen kreiert er selbst die Kostüme, fallweise auch das Bühnenbild.

Il Barbiere di Siviglia
Oper von Giachino Rossini
Premiere Donnerstag, 20. Mai 2021 – Dernière Dienstag, 1. Juni 2021

Grüß Euch Gott, alle miteinander – Der Vogelhändler

Wenn die Zwangspause und die Beschränkungen dann endgültig vorbei sind, werden wunderbare Stücke der Bühnenkunst, Schauspiel und Musiktheater das ausgehungert in den Zuschauerraum des Stadttheaters Klagenfurt strömende Publikum in andere Welten entführen. Für den Herbst ist ein breit gefächertes, schillerndes Programm geplant. Natürlich mit dem bewährten Präventionskonzept und allen notwendigen Maßnahmen.

Vorerst aber inszeniert der Chef selbst die wohl gelungenste Operette ihrer Zeit: Der Vogelhändler. Aron Stiehl führt Regie für den Mix aus ländlichem Idyll, reichlich Volkstümlichkeit, einer starken Prise Erotik, einer ordentlichen Portion Gefühl und jeder Menge eingängiger Melodien. Die Christl von der Post freut sich über Rosen in Tirol, alle erinnern sich an „wie mein Ahnl zwanzig Jahr“, singen „Grüß Euch Gott, alle miteinander“ und bald lösen sich die komplizierten Herzensangelegenheiten und romantischen Verwicklungen in Wohlgefallen auf.

Carl Zeller und seine Librettisten haben ein Werk geschaffen, das sich seit der Uraufführung 1891 ununterbrochen im Repertoire deutschsprachiger Opernhäuser bewährt. Günter Wallner dirigiert das Kärntner Sinfonieorchester und studiert mit dem Chor und Extrachor des Stadttheaters. Mein persönlicher Liebling im Ensemble ist Christoph Wagner-Trenkwitz als Professor Würmchen.

Der Vogelhändler
Operette von Carl Zeller, Libretto Moritz West und Ludwig Held
Premiere am 5. Juni 2021, weitere Aufführungen am 6. und am 11. Juni 2021

Alle Termine und Detauils zum Kartenverkauf wie immer nachzulesen unter: www.stadttheater-klagenfurt.at

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Nachhören: Uraufführung via Ö1

Die Oper von Salvatore Sciarrino Il canto s’attrista, perché? hätte bereits im März 2020 vorgestellt werden sollen, dieser aufregende Abend fiel aber dem ersten Lockdown zum Opfer. Am 4. Februar 2021 kam es allen Widrigkeiten zum Trotz zur Uraufführung, wenn auch ausschließlich vor Medienvertreter*innen. Die noch bessere Nachricht: Es ist dem leitenden Team des Stadttheaters gelungen, diese Uraufführung für Klagenfurt zu sichern, indem man den Kultursender Ö1 für eine Kooperation gewinnen konnte, die Ausstrahlung fand am 23. Februar statt und kann in der ORF Mediathek nach-gehört werden:

https://oe1.orf.at/programm/20210223/628406/Eine-Opern-Urauffuehrung-in-Oe1-Salvatore-Sciarrino-Il-canto-s-attrista-perche

Kurz – und wieder einmal der Vorfreude dienend – vertiefen wir uns in die Thematik der Oper. Das Libretto stammt ebenfalls vom Komponisten und greift Motive aus dem erzählerischen Kosmos des griechischen Dichters Aischylos auf:

In Mykene erfährt man von der Rückkehr des Königs Agamemnon, der nach zehn Jahren Krieg endlich Troja erobert hat und nun mit Kassandra als Sklavin und Mätresse im Gefolge nach Hause zurückkehrt. Seine Gattin Klytämnestra kann ihm weder die Opferung ihrer Tochter Iphigenie noch den aktuellen Ehebruch verzeihen und nimmt grausame Rache. In diesem »missing link« zwischen den Iphigenie-Opern Christoph Willibald Glucks und der Elektra von Richard Strauss kommt nun endlich auch einmal die betrogene Klytämnestra zu Wort – und Tat.

Salvatore Sciarrino ist einer der bedeutendsten zeitgenössischen italienischen Komponisten und betrachtet schon seit Jahren große Stoffe des Theaters von einer ganz speziellen Warte aus. Nach Versionen von Macbeth und Lohengrin wandte er sich der antiken griechischen Literatur zu: der Orestie des Aischylos.

Jede Menge dramatische und musikalische Spannung!

Regie führt Nigel Lowery. Die Proben leitete Bas Wiegers, die Uraufführung dirigierte der junge Tim Anderson. Als Solist*innen agieren Rinnat Moriah im verführerischen Koloratursopran der Kassandra, Iris van Wijnen als enttäuschte Klytämnestra, Bassbariton Otto Katzameier und Davide Giangregorio in ihren historischen Rollen. Es spielt das Kärntner Sinfonieorchester und es singt der Chor des Stadttheaters Klagenfurt.

Il canto s’attrista, perché? Die Oper von Salvatore Sciarrino, Auftragswerk des Stadttheaters Klagenfurt in Kooperation mit der Oper WuppertalAufführungstermine sind in Planung.

Wir hoffen sehr, dass die Ankündigungen von Intendant Aron Stiehl bald Wirklichkeit werden und freuen uns mit Ihnen auf eine abwechslungsreiche, bewusst und dankbar zu genießende Sommer-Saison im südlichsten deutschsprachigen Theater Europas.

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