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(c) Instagram, pege78

Inhaltsverzeichnis

Typische Bräuche im Advent

Was unterscheidet einen Percht vom Krampus, wer ist die heilige Barbara und wie schmeckt eigentlich Kletzenbrot? Die Adventszeit in Klagenfurt ist voll von geschichtsträchtigen Bräuchen. Wir haben uns auf die Suche nach Besonderheiten in Klagenfurt gemacht.

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Süßer die Glocken nie klingen – weihnachtliche Melodien oder doch eher der herannahende Klang der Krampus-Schellen? Als zugezogene Kärntnerin lernt man schnell, ab Anfang Dezember aufmerksam hinzuhören, welche Glocken da ertönen… Und dabei ist der Krampusumzug nur einer von vielen Brauchtümern der Kärntner Advents- und Weihnachtszeit. 

Es wird also spannend in den Straßen, Gassen und auf den Plätzen von Klagenfurt: Nach Allerheiligen geht man langsam aber sicher in die Vorweihnachtszeit über. Damit verbunden sind auch allerlei spannende Traditionen, deren Anfänge oft viele Jahrhunderte zurückreichen.

Was unterscheidet eine Perchte vom Krampus, wer ist die heilige Barbara und wie schmeckt eigentlich Kletzenbrot? Die Adventzeit in Klagenfurt ist voll von alten Bräuchen, ich habe mich auf die Suche nach Besonderheiten gemacht. 

Kärntner Brauchtum in der Vorweihnachtszeit

Nach vielen Jahren unter Kärntnerinnen und Kärntnern weiß ich: Brauchtum wird mit Herz gelebt. Viele Elemente des Brauchtums stammen aus verschiedenen Völkern, Kulturen und Religionen. Einiges stammt aus dem Altertum, vieles von den Kelten, Germanen und Römern. 

Einen Großteil davon finden wir im Advent, grundsätzlich folgt das Kärntner Brauchtum aber quasi einem Jahresplan: Fasching, Frühling und Ostern als erste Höhepunkte, darauf folgen Kirchtage, Erntedank, das Totengedenken und schlussendlich schließt sich mit den weihnachtlichen Bräuchen der Kreis. Ich habe mir ein paar der besonderen Winter-Brauchtümer etwas näher angesehen.

Adventkranz aufstellen

Die Diskussion ob es AdventSkranz oder Adventkranz heißt, lassen wir mal außen vor. Dabei handelt es sich um einen meist aus Tannenzweigen geflochtenen Kranz mit vier Kerzen. Oft sind drei davon violett und eine rosa, was die liturgischen Farben der katholischen Kirche repräsentiert. Die Kerzen werden im Laufe der Adventzeit nacheinander an den Sonntagen angezündet. Die rosafarbene Kerze steht für den dritten Adventsonntag, der unter dem Motto “Gaudete!” – “Freut euch!” steht. Abseits der Kirche gibt es Kränze mit den unterschiedlichsten Verzierungen. Wer sich kreativ austoben möchte, kann seinen Adventkranz auch ganz einfach selber binden und nach Belieben dekorieren. Wir versprechen: macht zwar viel Mist aber auch total viel Spaß!

(c) Pixaby

Heilige Barbara am 4. Dezember

Ladies first – den Anfang der winterlichen Bräuche macht die Heilige Barbara, die ihren Gedenk- und Namenstag am 4. Dezember feiert. Nach alter Tradition werden am Barbaratag Zweige von einem Obstbaum (meistens Kirsche oder Apfel) oder eine Forsythie abgeschnitten und ins Wasser gestellt. Diese Zweige sollen dann bis zum Heiligen Abend blühen. Dieses vermeintliche „Wunder der Natur“ – nämlich das Blühen im Winter – soll das Wunder der Heiligen Nacht verdeutlichen und Glück und Segen in die Familien bringen.

Da Krampe wird di hol’n! 

Oft schon Wochen vor dem 5. Dezember kann es in Klagenfurt passieren, dass man einem verkleideten Krampus über den Weg läuft. Dieses Brauchtum hat seine Wurzeln zwar schon in der Barockzeit, ist aber in Kärnten immer noch äußerst lebendig. Seit dem 17. und 18. Jahrhundert tritt er als Begleitung des heiligen Nikolaus auf. 

Der „Krampe“ stellt eigentlich ein Sinnbild für das Böse und den Teufel dar und tritt als gezähmte Teufelsgestalt auf, die aber keinesfalls teuflisch ist. Er will die Menschen nicht zum Bösen verführen, sondern durch Bestrafung das Gute hervorbringen. Wer es also Anfang Dezember durch Klagenfurts Gassen scheppern hört, demwird vermutlich der Krampus auf den Fersen sein: ein mit Fell bekleideter Körper, eine meist hölzerne Maske mit Hörnern und einer heraushängenden Zunge, ein Schwanz und manchmal auch Krallen oder Hufe. Schön schauerlich, möchte man meinen, besonders dann, wenn man ihnen nachts nach dem Feierabend-Trunk auf dem Heimweg begegnet. Der Korb auf dem Rücken, die „Buckelkraxe“ und die Kette oder Glocken zum Rasseln tragen zwar nicht wesentlich zu seiner Sympathie bei, sind aber wichtige Ausstattungsmerkmale für den rauen Gesellen. 

Fun Fact: Krampus und Perchten sind nicht dasselbe – zugegebenermaßen wirken Perchten noch ein bisschen angsteinflößender, sie haben im Brauchtum aber auch eine äußerst wichtige Aufgabe. Die Hauptfunktion der Perchten ist die Vertreibung von bösen Geistern im Winter. Ihre Maske ist meist einem Tier nachempfunden, oft werden sie von Hexen begleitet. Die Percht darf mehrere Hörnerpaare auf der Maske tragen – ein Fruchtbarkeitssymbol für das neue Jahr. Auch an ihrer Rossschweifrute lassen sie sich erkennen. 

(c) Instagram, pege78

Nikolaus am 6. Dezember

Nach dem Krampustag folgt der Nikolaustag am 6. Dezember. Besonders für Kinder ein lukrativer Tag, denn der bärtige Wohltäter bringt ihnen – sofern sie denn brav waren – Leckereien. Schokolade, Nüsse, Mandarinen und Lebkuchen sind die Klassiker, immer öfter finden aber auch schon kleinere Geschenke ihren Weg in Schuhe, Stiefel, Strümpfe oder auf Teller, die die Kinder am Vorabend vor die Türe oder ins Fenster stellen. Der Heilige Nikolaus lobt und tadelt die Kinder und weiß aus seinem goldenen Buch ganz genau, wie sich die Kleinen (und vielleicht auch die Großen) im letzten Jahr verhalten haben.

(c) Pixelpoint Multimedia

Lichterkönigin am 13. Dezember

Am 13. Dezember feiert die Heilige Lucia ihren Festtag. Der Legende nach versorgte Lucia vor mehr als 1.700 Jahren als junges Mädchen heimlich die verfolgten Christen in ihrer Heimatstadt Syrakus auf Sizilien. Versteckt in den Katakomben, setzte Lucia gegen die mächtige Dunkelheit eine Lichtkrone mit Kerzen auf – so hatte sie beide Hände frei, um Nahrung und Wasser zu den Geflüchteten zu bringen. Wer der Schutzpatronin der Blinden, Bauern, der kranken Kinder, aber auch der Kutscher und Schneider huldigen möchte, der kann ein Teelicht ins Fenster stellen, um ihren Zauber in die eigenen vier Wände zu bringen.

Mistelzweig

Bekannt aus vielen klassischen Weihnachtsfilmen ist der Mistelzweig auch bei uns als Tradition sehr beliebt. Die immergrüne Pflanze galt bei den Druiden als heilig – heute gibt es sie oft auf Klagenfurter Adventmärkten oder auch im Blumenhandel zu kaufen. Es ist Brauch, sich einen Mistelzweig über die Tür zu hängen. Sollte sich ein Paar darunter küssen, steht im nächsten Jahr eine Hochzeit an – aber auch Singles profitieren vom Schutz der Pflanze, gilt sie doch auch als Helfer gegen Krankheiten, geräuchert hilft sie dabei, negative Energien in positive umzuwandeln und soll Unglück fernhalten. 

(c) Pixaby

Kletzenbrot

Das Kletzenbrot gehört in allen Kärntner Regionen – von der Stadt bis ins Bergdorf – zur Vorweihnachtszeit wie der Adventkranz und die Krampusumzüge. Es ist quasi das Instagram-Bananenbrot des Kärntner Brauchtums. Das auch gerne „Kloatzenbrot“ genannte Brot mit Dörrobst und Nüssen begleitet uns durch die Adventwochen bis Neujahr. Zumeist werden getrocknete Birnen verwendet, aber auch Dörrmarillen, Feigen oder Zwetschken werden zusammen mit Haselnüssen und Mandeln verarbeitet. Früher war das die einzige Möglichkeit, Früchte länger haltbar zu machen. Oft wurde es während der Mette, zu Silvester und in der Dreikönigsnacht unter den sogenannten „Herrgottswinkel“ gelegt und mit einem „Geschirrhangerle“ (=Küchentuch) bedeckt, um die Saligen (die weißen Frauen aus der Kärntner Sagenwelt) und die Perchten auf ihrem Weg zu versorgen.

(c) Taumberger

Christbaumversenken

Baum ahoi! Ein besonderes Spektakel spielt sich in der Klagenfurter Ostbucht am Wörthersee am Sonntag vor Weihnachten ab: Die einzigartige Tradition des „Christbaumversenkens“. Mit Fackeln und Beleuchtung wird ein Weihnachtsbaum ins Wasser getragen, um aller im See verunglückten Menschen zu gedenken. 

(c) Wolfgang Handler

Unschuldiger Kindertag

Auch wenn wir am 28. Dezember die Weihnachtsfeiertage schon hinter uns gebracht haben und uns bereits auf Silvester vorbereiten, möchte ich eine Kärntner Tradition unbedingt noch erwähnen: Der Unschuldige Kindertag ist hierzulande ein besonderes Ereignis, das auch das „zuagraste“ Herz höher schlagen lässt. Früh am Morgen stehen die Kinder auf und gehen mit einer Rute in der Nachbarschaft von Haus zu Haus, um zu „schappen“: Sie sagen ein Gedicht auf, und die Erwachsenen dürfen sich auf ein paar sanfte Schläge auf den Allerwertsten gefasst machen: “Frisch und gsund, frisch und gsund, lang leb’n, nit sterben. I wünsch dir a guats neichs Joahr. Nix klunzn, nix klagn, bis i wieda kum schlagn.” – Glück und Gesundheit soll uns im kommenden Jahr beschert werden. Als Dank bekommen die Kinder Süßigkeiten oder kleine Geldbeträge.

Brauchtum im Advent wieder erleben

Viele der Brauchtümer und Traditionen im Advent haben eine lange Geschichte, die viele Kulturen und Wurzeln miteinander verbindet. So erlebe ich das Kärntner Adventbrauchtum weniger als religiöse Handlung, sondern viel mehr als Art des Zusammenkommens, als ein Gefühl für Herkunft und Heimat und als etwas sehr Wertvolles, das man nicht nur in kleineren Gemeinden erlebt, sondern auch in Klagenfurt immer noch lebendig ist. Es lohnt sich auf jeden Fall, etwas genauer hinzuschauen und sich auf Krampusumzug & Co. einzulassen! 

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