Die 5 schönsten Pilgerwege rund um Klagenfurt

Eine Pilgerreise oder Wallfahrt ist mehr als nur der Weg ans Ziel - zu einer heiligen Stätte. Der Weg selbst wird zur rituellen Handlung, zur Askese, zum Gebet oder zum Dank. Beim Pilgern gilt dann zwar auch: “der Weg ist das Ziel” - aber eben nicht ausschließlich. 

Das Erreichen des Wallfahrtsortes, der Kirche, Reliquie oder Veranstaltung ist ebenso mit wichtigen religiösen Handlungen und großer Bedeutung verbunden. In Kärnten allgemein und in Klagenfurt im Besonderen ist das Pilgern tief verwurzelt, so führen mehrere Pilgerwege an Klagenfurt vorbei oder mittendurch. Wir verraten euch in diesem Artikel ein paar der schönsten Pilgerwege rund um Klagenfurt, die ihr direkt von unserer schönen Landeshauptstadt aus starten könnt.

1. Hemmapilgerweg

Die Heilige Hemma ist die Landesmutter Kärntens und hat im ganzen Land ihre Spuren hinterlassen. Insgesamt acht Hemmawege führen aus allen Himmelsrichtungen zu ihrem Grab in der Krypta des Doms in Gurk. 

Der Dom zu Gurk ist eine im 12. Jahrhundert erbaute Basilika und gehört zu den bedeutendsten romanischen Bauwerken Europas. Circa zwei Jahrhunderte zuvor stiftete Hemma in Gurk und im Umland mehrere Kirchen und begründete die Bedeutung des Ortes als religiöses Zentrum.

Gurk selbst ist ein sehenswertes Ziel und spätestens seit dem ersten Besuch eines Papstes in Kärnten im Jahr 1988 ein prominenter Hotspot auf der religiösen Landkarte des Kontinents.

Der südliche „Hemmaweg“ beginnt in Slowenien, genauer in Sveta Ana und führt durch Ferlach nach Klagenfurt und von hier weiter nach Maria Saal, St. Georgen am Längsee und schließlich Gurk.

Schon hunderte von Jahren sind Pilger auf diesen Pfaden unterwegs, um am Grab der Heiligen Hemma zu beten. Ausgehend von der sogenannten “Krainer Wallfahrt” wurden die modernen Routen im Jahr 2002 offiziell. Die „Route 1“ führt über den Loiblpass und durch das Rosental nach Klagenfurt hinein.

Die Wallfahrer und Pilger nehmen sich in der Stadt gern Zeit, um die Klagenfurter Kirchen wie St. Egid oder Kapuzinerkirche und Dom zu besuchen. Ein besonders beliebtes Ziel ist auch das Stift Viktring am Stadtrand. 

2. Marienpilgerweg

Der Marienpilgerweg quert das ganze Bundesland und wurde 2011 der Öffentlichkeit vorgestellt. In zehn Tagesetappen führt die Route entlang der schönsten Marienkirchen Kärntens von Maria Rojach im Lesachtal zur berühmten Wallfahrtskirche in Maria Luggau.

Am Weg liegen zum Beispiel Maria Wörth, Maria Gail, Göriach und Maria Saal, und damit führt der Weg direkt an den Stadtrand von Klagenfurt.

Die ersten Etappen, die über die Saualpe bzw. durchs Görtschitztal führen, sind auch körperlich ziemlich anspruchsvoll, die zweite Hälfte des Weges, ab Maria Saal bzw. Klagenfurt, ist flach und auch für Wander-Einsteiger gut geeignet.

Die meisten Pilger nutzen die Streckenführung am Rand von Klagenfurt für einen Abstecher in die Innenstadt, etwa um hier eines der komfortablen Hotels für eine Nacht zu beziehen, sich die Sehenswürdigkeiten der Stadt anzusehen und sich in einem der zahlreichen Restaurants zu stärken. Viele bleiben auch gleich für einige Tage, bevor sie ihren Weg fortsetzen und manche beginnen den Weg erst hier und nehmen sich fürs erste Mal nur die letzten 5 Etappen des Pilgerweges vor.

Der „Marienpilgerweg“ führt jene, die ihn gehen, auf die Spuren der Heiligen Maria. Von einer Kirche zur anderen kann man die verschiedenen Lebensabschnitte Mariens erfahren und findet in den gewonnenen Erkenntnissen Trost und Zuversicht.

Pilgerpässe erhaltet ihr übrigens in Klagenfurt im Behelfsdienst des Diözesanhauses in der Tarviser Straße. 

3. Vierbergelauf

Der traditionelle „Vierbergelauf“ hat in ganz Kärnten und in der Region darüber hinaus große Bedeutung. Spätestens um 1500 ist diese Wallfahrt über die vier Berge Magdalensberg, Ulrichsberg, Veitsberg und Lorenziberg beschrieben.

Alljährlich nehmen tausende Pilger und Wallfahrer am „Vierbergelauf“ teil, überwinden innerhalb von 17 Stunden 50 Kilometer Strecke und circa 2.500 Höhenmeter. 

Historiker haben verschiedene Theorien über die heidnischen Ursprünge dieser rituellen Prozession aufgestellt, die teilweise bis zu den Römern und Kelten in diesem Gebiet oder in die Zeit der Kreuzzüge zurückreicht.

Wie in heutigen Zeiten üblich, vermischen sich religiös motivierte Teilnehmer mit eher sportlichen Wandersleuten und jungen Menschen, die einen gesellschaftlichen Aspekt ins gemeinsame Gehen einzubringen vermögen. Für viele Kärntner ist zumindest die einmalige Absolvierung des Vierbergelaufs Pflicht und Teil des Erwachsenwerdens. 

Während der Wallfahrt werden zu fixen Zeiten insgesamt fünf Messe und drei Andachten gefeiert, zu diesen Anlässen kommt die Gemeinschaft der Wallfahrer an den Kirchen und Kraftorten zum gemeinsamen Gebet zusammen.

Der Vierbergelauf findet immer am sogenannten “Dreinagelfreitag” statt, das ist der zweite Freitag nach Ostern. Dies fällt meist in die wunderbar frühlingshafte Zeit, während der in ganz Kärnten die Natur erblüht und das kulturelle Leben wieder Fahrt aufnimmt. Viele Gäste verbinden den Vierbergelauf mit einem Aufenthalt in Klagenfurt, wo sie die Annehmlichkeiten und die Gastlichkeit der Einheimischen genießen können.

2 Pilger bei kurzer Pause auf Holzbank

Der Vierbergelauf in Kärnten: Von Höhen und Tiefen

Wallfahrt für Wanderlustige: Zwar hat der Vierbergelauf eine lange brauchtümliche Tradition, hat sich aber in den letzten Jahren auch zum Kärntner Kult entwickelt – wir haben die vier heiligen Gipfel erklommen!

5. Romweg

Alle Wege führen nach Rom, aber dieser spezielle Weg hat so seine Besonderheiten und Vorzüge. Der Romweg beginnt am Heiligen Berg in Bärnbach in der  Steiermark. Dort befindet sich ein Kloster mit Kirche, einer Heilig-Grab-Kapelle und einem Kalvarienberg.

Die Bauten stammen aus dem 17. und 18. Jahrhundert und sind beliebte Sehenswürdigkeiten und geschichtlich sowie architektonisch bedeutend.

Von hier geht es weiter nach Klagenfurt und dann weiter nach Kranjska Gora, Tarvisio, San Daniele und Treviso bis nach Padua zur Grabeskirche des Heiligen Antonius. Schließlich geht es weiter über Bologna und Assisi nach Rom.

In Kärnten führt der Romweg zum Teil über andere, bestehende Pilgerwege wie den „Hemmaweg“, den „Benediktweg“, den „Mariazellerweg“ und den „Kärntner Jakobsweg“.

Der Klagenfurter Dom ist ein Fixpunkt für alle Romweg-Pilger. Erbaut gegen Ende des 16. Jahrhunderts ist das Gebäude stark in den urbanen Raum integriert und gibt erst im Inneren seine ganze Pracht preis. 

Die bedeutendsten Kunsthandwerker der letzten Jahrhunderte leistete allesamt ihren Beitrag, um im Laufe der Zeit ein beeindruckendes Zeugnis von Kultur und Spiritualität zu schaffen. Touristen und Wallfahrer besuchen die Kirche gleichermaßen und lassen sich neben den Einheimischen zum Gebet im mächtigen Kirchenschiff nieder. 

Viele Wallfahrer nutzen Klagenfurt als Zwischenstation auf ihrem Weg, wo sie gern ein paar Tage verweilen um wieder Kraft zu sammeln, andere nutzen die gute internationale Anbindung der Landeshauptstadt und beginnen ihren Weg hier. Das gilt übrigens auch für den Jakobsweg, dessen Kärntner Teil im Süden von Klagenfurt entlang der Drau verläuft, aber von hier mit der S-Bahn gut angebunden ist.

Kärntner Mariazellerweg

Der „Kärntner Mariazellerweg“ verläuft von Klagenfurt am Wörthersee durch Kärnten und die Steiermark in den Wallfahrtsort Mariazell an der Grenze zu Niederösterreich. 

Die Mariazellerwege sind ein Weitwander-Streckennetz, das sowohl von Wanderern und Sportlern als auch von Pilgern und Sinn suchenden Menschen gerne genutzt wird. 

Der Kärntner Teil des Weges enthält sieben Tagesetappen. Mariazell erreicht man laut Plan nach 16 Tagen oder knapp 323 Kilometern. Eine anspruchsvollere Alpin-Variante führt durch gebirgiges Terrain, das nur bei gutem Wetter sicher ist, verkürzt aber die Dauer des Weges auf 10 Tage.

Alle Varianten nehmen ihren Anfang aber in Klagenfurt. Die Hauptstadt des Bundeslandes Kärnten ist gleichzeitig Bischofssitz der Diözese Gurk-Klagenfurt. Auf die Stadt trifft zu, was auch für den ganzen Mariazellerweg gilt: Religiöse und spirituelle Kraftorte liegen ebenso auf der Route wie profane Sehenswürdigkeiten und Naturdenkmäler.

Viele Pilger statten dem Klagenfurter Dom einen Besuch ab und erbitten mit einem Gebet den Segen für ihre bevorstehende Reise beziehungsweise stärken sich in der umliegenden Gastronomie. Außerdem sind die sehenswerte Fuchskapelle in der Stadtpfarrkirche St. Egid und der Klagenfurter Friedhof in Annabichl beliebte Orte der Kontemplation und Inspiration für Wallfahrer und Touristen gleichermaßen. 

Klagenfurt als Dreh- und Angelpunkt für Pilger in Kärnten

Nach ein paar Tagen für die perfekte Vorbereitung auf das große Vorhaben kann nichts mehr schiefgehen!

Klagenfurt ist Ausgangspunkt und Etappenziel einiger der schönsten Pilgerwege in Kärnten und in der ganzen Alpen-Adria Region. Einige hier nicht erwähnte Wege, wie etwa der Jakobsweg, der Benediktweg oder der Weg des Buches, führen zwar in einiger Entfernung an der Stadt vorbei, die meisten Pilger lassen es sich aber zu Recht nicht nehmen, Klagenfurt dennoch zumindest für einen Abstecher zu besuchen.

Die Stadt bietet kulturelle Vielfalt nicht nur im religiösen und traditionellen Bereich, Beherbergung in allen Kategorien und herrlichen Genuß in den Restaurants in der Innenstadt oder am Wörthersee.  Klagenfurt ist der ideale Ort um Kraft zu tanken für die kleinen oder großen Unternehmungen im Alltag und im Urlaub!

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