KLU’N’ROLL: Zu Besuch bei Klagenfurts Skater-Szene

Rollen, Poppen und Grinden, eine einzigartige Geräuschkulisse zwischen Rampen, Pipe Rails und Curbs. Ein warmer Sommertag mitten in Klagenfurt. Man kennt sie, man hört sie, aber sieht man sie auch? 

Auf allerlei rollendem Geschoss bewegen sie sich lässig-elegant durch Stadt und Parks, über Gehwege und Parkplätze – so, als wären sie eins mit ihren Brettern, die ihre Schritte ersetzen. Wer möchte, probiert sich an Obstacles (Skatersprache für Hindernisse). Lernt. Lernt fahren. Lernt rollen. Lernt Menschen kennen. Lernt fürs Leben.

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Durchs Leben rollen ist ein Lifestyle

Die Geschichte des Skateboardens geht viele Jahrzehnte in die Vergangenheit zurück. Man spekuliert darüber, wann und wo wohl das erste Skateboard auf den Markt gekommen sein mag – vermutlich irgendwann um 1960.

Weitgehend einig ist man sich darüber, dass die ersten Skateboards ihren Ursprung in den USA hatten – zunächst als Holzkisten, an die man die Rollen von Rollschuhen montierte. Bei frühen Modellen wurden sogar Lenkstangen angebracht, wie bei den heutigen Scootern. Die übrigens auch wieder ein echter Hit in Skateparks sind.

Heute ist Skateboarding als Profi- und Olympiasport etabliert, nachdem sich zwischen den Jahren 1959 und 1965 die erste Skateboard-Welle in den USA ausbreitete. Besonders an der Westküste entwickelte sich das „Spielzeug“ schnell zu einem Sportgerät. Darauf folgten Contests, Werbeverträge und große Namen – Tony Hawk, um einen zu nennen, der die Ära sehr geprägt hat. Und wer ist die Community dahinter? 

Rollsport made in 9020

Wer denkt, Skater seien durchwegs junge Leute mit lässigen Caps und viel zu weiten Hosen, der irrt. Die Fortbewegung auf Rollen ist damals wie heute eine Lebensphilosophie. Man steht für Toleranz, Gemeinsamkeit, Austausch! Keine Regeln, keine Dresscodes! 

Ich treffe mich mit den Gründern und Mitgliedern des Klagenfurter Vereins Rollsport 9020 im Skatepark im Europapark. Unter ihnen Joachim Zotter, Karin Schweizer, Alisa Fessl, Michael Widowitz, Marko Weiss, Sophie Weikert und  Dorian Wiederschwinger.

Das Ziel des Vereins: Erneuerung der Klagenfurter Skateparks, Raum schaffen für den Rollsport, in dem sich allerlei Persönlichkeiten jedes Alters wiederfinden. 

„Ein Skatepark ist längst nicht mehr nur eine Trainingsstätte, es ist ein Community Place, an dem verschiedenste Menschen jeden Alters aufeinandertreffen. Jedem sein Gefährt, jedem sein Stil. Man trifft sich unkompliziert, man lernt miteinander und voneinander. “,

erzählt Joachim Zotter. 

Klagenfurt: Der place to skate?

Ja, Klagenfurt hat eine Skate-Szene. Und die ist sogar größer, als so mancher glauben mag. Vor allem vom Frühjahr bis zum Herbst tummeln sich die Rollsport-Begeisterten in den größeren Skateparks – im Europapark und in Feschnig

In den kälteren Monaten weichen viele in die Megapoint-Skatehalle aus. Orte, die Impulsgeber für so viele Geschichten sind – und damit auch unabdingbar für die Entwicklung der Skateszene. 

„Es ist wichtig, dass die Jugend solche Plätze hat, um Sport zu machen und sich zu treffen. Dabei geht es nicht primär um Leistung und Ehrgeiz, sondern um Freundschaft, Austausch und Selbstverwirklichung.“,

sagt Joachim Zotter. 

Wirkung und Aufgabe von Skateparks gehen also viel tiefer, als das bloße Ausüben eines Hobbys oder Leistungssports. Dass Klagenfurt absolut mit anderen Städten in Sachen Szene mithalten kann, bestätigen mir mehrere der begeisterten Skaterinnen und Skater. Der kürzlich erneuerte Park in Feschnig hat sich binnen kürzester Zeit zu einem absoluten Hotspot für den rollenden Sport entwickelt. 

Geplant und gebaut mit der Unterstützung von Profis, gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar und mit gemütlichen, schattigen Plätzchen hat man hier ein wahres Rollparadies geschaffen.

Zukunftsthema: Europapark

Der große und ebenfalls sehr begehrte Skatepark im Europapark zwischen Wörthersee Ostbucht und Innenstadt hat über die letzten Jahre offensichtlich an Glanz verloren.

Trotzdem sind Halfpipes & Co. nach wie vor ein beliebter Anziehungspunkt für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Zwischen dem Grün des Parks und der frischen Brise, die von Richtung Strandbad her weht, finden sich außerdem ein Kiosk, ein großer Spielplatz und moderne Turngeräte. Genau hier sieht die Crew von „Rollsport 9020“ aber großes Potential.

„Alleine die perfekte Lage und Infrastruktur sind auch ein Anziehungspunkt für Skate-Touristen. Die Verbindung zum Wörthersee macht den Skatepark im Europapark zu einem Ausflugsziel für Urlauber!“,

erzählt mir Karin Schweizer, die seit vielen Jahren in der Szene unterwegs ist. 

Und dazu gehören eben nicht nur Skateboards, sondern auch Scooter, Inliner und BMX-Bikes. Doch was braucht es, um den Skatepark im Europapark attraktiver zu gestalten und ihn damit vielleicht sogar zu einem großartigen Platz für Events und einem beliebten Treffpunkt für Sportbegeisterte aller Generationen zu machen? 

Fragt man beim Verein „Rollsport 9020“ nach, so sind die Rufe nach mehr Kreativität deutlich zu hören: Obstacles auf den neuesten Stand bringen, am besten in Zusammenarbeit mit Profis, die die Bedürfnisse der Skaterinnen und Skater kennen.

Unter ihnen auch Olympiateilnehmerin Alisa Fessl, die Ausbaufähigkeit bei der Schaffung von Infrastruktur für Trainingsmöglichkeiten sieht. Neben Spaß und Gemeinschaft werden hier also auch besondere Talente gefördert!

Adresse: Lorettoweg 48, 9020 Klagenfurt am Wörthersee

Die heiligen Hallen: Megapoint

Besonders im Winter zieht es Skate-, Inliner-, Scooter- und Bikefans in die Trendsporthalle Megapoint am Klagenfurter Messegelände. Im Jahr 2020 wurde der alte Megapoint Skatepark durch eine komplett neue hochmoderne Anlage ersetzt. 

Nach langer und eingehender Planung, die alle relevanten Sportarten und Nutzergruppen miteinschloss, wurde schließlich ein Indoor-Skatepark gebaut, der allen bestmögliche Bedingungen zur Verfügung stellt. 

Österreichs erste TÜV-geprüfte und für jeden zugängliche RESI-Ramp ist dabei nur ein Highlight der Kärntner Skatehalle, zusätzlich kann die Halle für Contests und Veranstaltungen gemietet werden. Auch Kurse werden in der Halle regelmäßig angeboten – darunter BMX-, Skateboard- und Scooterkurse, auch eigene Trainingsgruppen speziell für Mädchen und Frauen gehören dazu. 

Außerdem ist das Megapoint-Team regelmäßig außerhalb der Hallenwände unterwegs, um unterschiedlichste Events und Skateparks zu besuchen – mit allerlei Sportgeräten im Gepäck, kann man die Trendsportarten unter geschultem Auge ausprobieren. 

Adresse: Messeplatz 1, Halle 9, 9020 Klagenfurt am Wörthersee
Webseite: www.megapoint.at

Skatepark Feschnig: Urgestein in neuem Glanz

Schon 1997 wurde der Skatepark Feschnig in seiner ursprünglichen Form eröffnet. Im Laufe der Zeit haben sich jedoch die Anforderungen an eine solche Anlage geändert – in knapp 10 Monaten Bauzeit wurde der Park 2021 komplett saniert.

Mit der Firma „Spoff-Parks“ holte man erfahrene Partner aus der Skate-Szene mit an Bord, der alle Skate-Elemente vor Ort betonierte. Der von der Abteilung Stadtgarten und „Spoff-Parks“ ausgearbeitete Vorschlag zur Umgestaltung wurde auch mit der örtlichen Skateszene in einem Workshop diskutiert und so optimal an die Bedürfnisse der Nutzer (Skateboarder, Inlineskater, Rad- und Scooterfahrer) angepasst. 

Die alte Modellierungen sind entfernt und neue errichtet worden. Die in vielen Varianten ausgeführten Obstacles wie zum Beispiel: Curbs, China-Bank, Corner-Quarter, Vulcano und Rails entsprechen dem neuesten Standard und bieten pures Entertainment für alle Schwierigkeitsstufen. Bänke und Sitzstufen im Hang sowie der schon bestehende Trinkwasserbrunnen ergänzen das Angebot im Skatepark.

Adresse: Waldrandgasse 8-12, 9020 Klagenfurt am Wörthersee

Klagenfurt kommt ins Rollen

Auch der Verein „Rollsport 9020“ bietet regelmäßig Workshops an, unter ihren Events finden sich auch echte Highlights wie Skate-Yoga. Beim Skaten handelt es sich definitiv um eine junge Sportart mit Zukunftspotential: Kunst, Wettkampf, Persönlichkeit und Community stehen hier ganz klar im Fokus. 

Und dabei ist es nicht nur etwas für Erprobte und Naturtalente. Viele finden auch im Erwachsenenalter ihren Weg in die Szene. Zum Beispiel Sophie, die erst vor einem Jahr mit dem Skaten angefangen hat.

„Auch wenn es kein Teamsport ist, es gibt sofort eine Verbindung. Ich habe es einfach versucht und bekam dann so viel Unterstützung, dass ich drangeblieben bin“, erzählt sie über ihre ersten Erfolge auf dem Brett.“,

erzählt Sophie Weikert.

Hier sind also alle willkommen – ob jung oder alt, ob Profi oder Anfänger, ob Szenegesicht oder staunender Zuschauer. Hinschauen. Mitmachen, Mitreden. Oder sagen wir einfach: LET’S ROLL!

Bilder (c) Lukas Lenhardt

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