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Außergewöhnliche Schaffensorte und Ateliers in Klagenfurt am Wörthersee

Klagenfurt war und ist eine Stadt der Künstlerinnen und Künstler. Von Musil bis Bachmann, von Mahler bis Boeckl, die Kärntner Landeshauptstadt brachte viele klingende Künstlernamen hervor oder inspirierte sie zu großen Werken.

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Viele von ihnen waren in Klagenfurt kreativ, viele sind es heute noch. Und manche dieser Schaffensorte sind für Besucher offen, egal ob sie mittlerweile offiziell als Museum oder Ausstellungsort genutzt werden oder ob die Kunstschaffenden selbst ihre Ateliers für Interessiert öffnen.

Kommt mit auf einen Streifzug durch die Ateliers und Schaffensorte von großen Künstlerinnen und Künstler in Klagenfurt, auf der Suche nach Orten, die die Kreativität beflügeln.

Schaffensorte von großen Künstlern besuchen

Wer an Kunst und kreativem Schaffen interessiert ist, findet in Klagenfurt viele empfehlenswerte Anlaufstellen – vom Museum Moderner Kunst Kärnten (MMKK), das sich auf Werke zeitgenössischer Künstler aus der Region konzentriert, über das Robert Musil Literaturmuseum bis hin zum Ingeborg Bachmann Haus.

Teilweise lässt sich dabei auch ein Blick hinter die Kulissen einzelner Künstlerpersönlichkeiten und ihrem Tun erhaschen.

Gustav Mahler Komponierhäuschen

Einige der berühmtesten Werke des Komponisten Gustav Mahler entstanden in seinem kleinen, intimen Rückzugsort oberhalb des Strandbades Maiernigg – dem Gustav Mahler Komponierhäuschen

Hier verbrachte Gustav Mahler einige Sommer mit intensiver Arbeit. In einer idyllischen Waldlichtung über dem See steht das Häuschen, das im Jahr 1900 erbaut wurde. Seit 1986 wird es als Museum mit Exponaten zu Leben und Werk Gustav Mahlers geführt.

Robert Musil Literatur Museum

Das Zimmer, in dem Christine Lavant, die namhafte Lyrikerin Kärntens, die wichtigsten Werke ihres Oevres verfasste, ist als Nachbau in der Dauerausstellung im Literaturmuseum im Musilhaus zu erleben: Die Rekonstruktion der als Wohn- und Arbeitszimmer genutzten Stube der großen Literatin. Es handelt sich dabei um eine Zusammenstellung originaler Möbelstücke aus jener legendären Mansardenwohnung der Lavant in St. Stefan im Kärntner Lavanttal.

Ingeborg Bachmann Haus

Als Bachmann-Stadt hat sich Klagenfurt mit den Tagen der deutschen Literatur samt Verleihung des Bachmannpreises längst einen Namen weit über Österreichs Grenzen gemacht.

Nun steht endlich der Fahrplan für ein Bachmann-Museum: 2021 kaufte die Kärntner Privatstiftung das Haus in der Henselstraße, in dem Bachmann während der Kriegsjahre lebte.

Möbel, Kleidung, die Bibliothek, die später von der Schriftstellerin benutzte Schreibmaschine sowie ihr Schreibtisch, hier wird alles im Originalzustand zu sehen sein. Aktuell stehen noch nötige Adaptierungen und Umbauten an, spätestens 2024 soll das „Ingeborg Bachmann Haus“ eröffnet werden.

Ateliers die man besichtigen kann

Nicht immer muss es ein offiziell-musealer Rahmen sein, um kreative Prozesse sehen oder nachvollziehen zu können. Denn in Klagenfurt sind auch einige Künstler-Ateliers offen für Besucher, die die Atmosphäre erleben möchten und dem Künstler vielleicht sogar beim Arbeiten über die Schulter schauen können.  

Komposchspiegel

Einmal jährlich lädt Spiegelkünstler Prof. Arnulf Komposch zur mehrwöchigen Ausstellung in seinem Privat- und Atelierhaus in die Linsengasse 5. Gewöhnlich von Mitte November bis Mitte Dezember sind Besucher und Interessierte nach Voranmeldung eingeladen, seine Spiegelkunst am Ort des Schaffens zu entdecken. Individuelle Besuchstermine sind auch außerhalb davon für Interessierte möglich.  

Maria Lassnig Atelier 

Das erste Atelier der berühmten Maria Lassnig befand sich in der Klostergasse 1. Hier traf sich die Avantgarde: Arnold Clementschitsch, Michael Guttenbrunner und Arnulf Rainer gingen ein und aus. 

Heute ist das Atelierhaus der Lassnig in Privatbesitz, wurde aufwendig renoviert und ist zu ausgesuchten Anlässen für die Öffentlichkeit zugänglich. Nähere Informationen über die Künstlerin gibt es auf der Website der Lassnig-Stiftung.

Warehouse 72 & Majarei

Comic Helden von Bart Simpson bis Dagobert Duck bannt der Klagenfurter Pop-Art-Künstler Mario Stroitz aka Artmaja auf knallbunte, fröhliche Großformatleinwände. Er nimmt dabei gerne Anleihen aus der Streetart und arbeitet oft mit hintersinnigen und augenzwinkernden Botschaften. Eine geballte Ladung an Farbe und positiven Vibes, für die der Künstler auf seinem Privatgrund in Aich östlich der Stadt nun ein eigenes Privatmuseum errichtet hat.

Das Warehouse 72 zeigt Artmaja-Kunst auf zwei Ebenen, gleich gegenüber im modernisierten Bauernhaus, in dem er sein Atelier eingerichtet hat. Beides steht Besuchern nach Voranmeldung unter telefonischer Vereinbarung offen.

Klaus Brandner Atelier

Die farbintensiven Bilder und Skulpturen Klaus Brandners entfachen die Fantasie des Betrachters und entführen ihn auf Gedankenreisen. Der Künstler selbst – in der Selbstbeschreibung Optimist, Lebenskünstler und Freigeist – arbeitet in seinem Atelier in Wölfnitz im Norden Klagenfurts, wo jeder an seinem Werk Interessierte vorbeischauen kann. 

Phasenweise veranstaltet Brandner auch Offene-Atelier-Tage, mit fixen Öffnungstagen zu fixen Zeiten, aktuelle Infos gibt es hier.

Dark City – raum0

Mit dem Verein Dark City ist Gründer Gerhard Fresacher zusammen mit wechselnden künstlerischen Begleiterinnen und Begleitern ständig am Entwickeln von neuen Projekten und Formaten bildender und darstellender Kunst.

Der „Raum8“ – zuvor jahrelang in der 8. Mai Straße, zuletzt als raum0 am Kardinalplatz 1 – wird als semiöffentlicher Entwicklungs- und Begegnungsort gelebt. In Summe heißt das spannende und innovative künstlerische Outputs, für die es sich lohnt, sich dem Verein quer durch die Stadt auf die Fersen zu heften! 

Ateliers die man nutzen kann

Und dann wären da noch jene Refugien in Klagenfurt, die für kreative Menschen und ihr künstlerisches Schaffen zur Verfügung stehen. Manche von ihnen werden nach strengen Regeln zugeteilt. Andere sind offen für alle, die Interesse haben, ein eigenes Werk zu schaffen. Offene Ateliers für jedermann und jedefrau, quasi. 

Schriftstellerinnen Atelier im Europahaus

Klagenfurt hat im Europahaus auch ein offizielles Schriftsteller-Atelier, das während des Sommerhalbjahrs vom Preisträger des Stadtschreiber-Stipendiums, das beim Bachmannpreis vergeben wird, genutzt werden kann. So haben hier schon namhafte Schriftstellerinnen und Schrifsteller wie Peter Wawerzinek, Stefanie Sargnagel, Gertraud Klemm oder Raphaela Edelbauer Quartier bezogen.

Art-Anima-Atelier

Gemeinsam kreativ sein mit anderen Künstlerinnen und Künstlern ist im offenen Atelier der Klagenfurter Künstlergruppe Art-Anima möglich. Dieser kreative Ort steht allen zur Verfügung, die einen Platz zum Malen, Zeichnen und Experimentieren suchen. Das Atelier in der Kueßstraße 19 (nahe Kreuzung Ebenthaler Straße) ist im Winter mittwochs und donnerstags, im warmen Halbjahr täglich offen.

MMKK für Kinder

Ihre Kreativität können Kinder bis 4 Jahre ungehindert im offenen Atelier im Museum Moderner Kunst Kärnten (MMKK) ausleben. Währenddessen können Erwachsene durch die aktuelle Ausstellung streifen.

Zu fixen Atelier-Terminen können Kinder kommen und gehen, wann sie wollen. Sie finden auf alle Fälle tolle Farb- und Werkmaterialien vor, um inspiriert von der aktuellen Ausstellung unter Anleitung ihre eigenen Werke zu gestalten. Teils werden offene Künstler-Ateliertage auch für Erwachsene angeboten, ein Klick ins Begleitprogramm zur laufenden Ausstellung lohnt sich also immer.

Egyd’s Büro

Kein offenes Atelier, aber ein schönes Platzerl, an dem man den Klagenfurter Schriftsteller Egyd Gstättner oft beim Gedanken aufschreiben antreffen kann: seine Lieblingsbank am Friedelstrand. Es liegt direkt vor den Seerosen unterm Schrottturm.

Falls der Literat selbst nicht da ist: Einfach nach der Bank mit dem Messingschild „Egyd’s Büro“ Ausschau halten. Und die Möglichkeit zum Probesitzen nutzen.

Kreativer Boden für Kunstschaffende in Klagenfurt

Klagenfurt war und ist eine Stadt, die Künstler inspiriert. Insofern gibt es kreuz und quer durchs Stadtgebiet viele Orte, die künstlerisch bespielt und genutzt werden. 

Dabei stolpert man über museal genutzte Künstlerräume genauso wie über Ateliers, in denen auch ganz aktuell noch gearbeitet wird. Wer selbst künstlerisch tätig werden will, ist in einigen öffentlich nutzbaren Ateliers der Stadt bestens aufgehoben. 

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