Inhaltsverzeichnis

Mit Tourenski, Splitboard und Schneeschuhen unterwegs rund um Klagenfurt

Der Winter ist da! Und mit ihm die geballte Lust nach Abenteuer und Frischluft. Wir haben uns auf die Suche nach nahegelegenen Touren mit Ski, Board und Schneeschuhen für alle Könnerstufen gemacht.

Inhaltsverzeichnis

Wandern UND bergab wedeln: was im Sommer das Mountainbiken ist, ist im Winter das Tourengehen. Bergkuppen im Winterkleid, knirschender Schnee in den umliegenden Wäldern. Egal wie hoch das Ziel auch sein mag: Aufstieg und Abfahrt, Anstrengung und Adrenalin, Durchbeißen und Loslassen liegen nahe beieinander. Auch rund um Klagenfurt finden sich einige Touren, die sich mit Tourenski, Splitboard oder auch Schneeschuhen erleben lassen. Wir haben uns auf die Suche nach den besten Touren gemacht.

Planung ist die halbe Tour: die richtige Ausrüstung für Tourenski, Splitboard und Schneeschuhen

Egal ob mit Tourenski, Splitboard oder Schneeschuhen: Den Ausflug ausreichend zu planen, verhindert Ärger, unnötig lange Pausen und mögliche falsche Abzweigungen. Schuhe, Felle, Klamotten & Co. sollten über Nacht nie im Auto gelassen werden, sondern Raumtemperatur haben. Außerdem zahlt es sich aus, jegliches Equipment noch am Abend vor der Tour zusammenzusuchen, um Stress am Morgen zu vermeiden. Auch die Route selbst will gut vorbereitet sein: wie lange, wie hoch hinauf, welches Wetter, welche Schneebedingungen? Diskussionen sind besser im Warmen daheim, als im Schneehang! 

Was kommt in den Touren-Rucksack?

Noch bevor wir uns ins Abenteuer stürzen, ist die richtige Vorbereitung das A und O. Es gibt eine große Auswahl an Rucksäcken, die speziell für das Tourengehen konzipiert wurden – darin finden auch alle Notwendigkeiten für einen genüsslichen und sicheren Ausflug in die verschneite Bergwelt Platz (Fassungsvermögen zwischen 30 und 35 Liter).  Ausreichend Bekleidung (auch zum Wechseln, denn wir kommen ins Schwitzen!), Verpflegung (Wasser, Tee, Jause), Notfallausrüstung (LVS, Sonde, Schaufel), Erste-Hilfe-Set, Handy, Stöcke und gegebenenfalls eine Stirn- oder Taschenlampe. 

Und was zieh‘ ich an?

Grundsätzlich hängt die richtige Bekleidung immer von den Witterungsbedingungen ab. Aus persönlicher Erfahrung lässt sich sagen, dass man sich oft „zu warm“ anzieht, weshalb einem dann erst recht wieder kalt wird – klingt seltsam, ist aber so. Wenn zwischen zu vielen Schichten kein Platz mehr für Luft und Bewegung ist, wird’s den Zehen nämlich richtig schnell eisig! 

Neben zu viel des Guten ist der größte Feind beim Tourengehen die Feuchtigkeit – entweder vom Schweiß von innen oder durch Witterung von außen. Es lohnt sich also, Wert auf hochwertige Kleidung zu legen. Für den Aufstieg sollte das Outfit so gewählt werden, dass man im Stehen leicht fröstelt und es beim Gehen angenehm warm, aber nicht zu warm ist. Grob kann man sagen, dass der Körper nach ca. 15 Minuten Gehen auf Betriebstemperatur ist.

Auch der Wind ist in den Bergen ein häufiger Begleiter. Über den Brustbereich, den Hals und den Kopf verlieren wir die meiste Wärme. Deshalb: winddichte Außenschicht, Halstuch und Stirnband oder Mütze anziehen. Auch eine Sonnenbrille ist mehr als empfehlenswert, Sonne und Schnee können für die Augen schnell extrem belastend sein! Sobald man am Gipfel angekommen ist, wollen wir die aufgebaute Wärme „konservieren“: Nasse, verschwitzte Kleidung (schnell) wechseln, Stirnband gegen Helm tauschen, Skijacke und dicke Handschuhe an, Skibrille aufsetzen. Let’s go!

Ski- und Splittboard-Touren für Einsteiger bis Fortgeschrittene

Abgeschiedenheit, Ruhe und eine idyllische Winterlandschaft. Das sind nur einige der Punkte, wieso Skitouren gehen so beliebt ist . Circa 30 Minuten Autofahrt von Klagenfurt entfernt gibt es etliche Möglichkeiten, den Pulverschnee und die Natur zu genießen. 

Vom Bodental auf die Ogrisalm

Das Bodental in Ferlach ist nicht nur im Sommer ein wahres Wanderparadies. Das naturbelassene Hochtal, etwa 30 Minuten entfernt von Klagenfurt gelegen, präsentiert sich auch im Schneekleid als wahres Highlight für Outdoor-Genießer. 

Auf dem Weg in Richtung Loiblpass einmal rechts abbiegen und schon finden wir uns auf 1.000 Metern Seehöhe an einem perfekten Startpunkt für eine Ski- oder Splitboard-Tour, die sich für Anfänger oder zum „Eingewöhnen“ am Saisonstart perfekt eignet. 

Vom Gasthaus Bodenbauer ausgehend, beginnt man die Tour entlang der Langlaufloipe zur Märchenwiese und genießt dort sogleich einen imposanten Anblick, der im Winter vielleicht sogar noch ein bisschen schöner ist, als im Sommer. 

Von dort aus hält man sich rechts und folgt der Spur entlang des Forstweges oder des Wanderweges Richtung Ogrisalm. Der Forstweg ist etwas gemütlicher, der Wanderweg ist zwar etwas kürzer, aber dafür wesentlich steiler und anspruchsvoller.  

Entlang der Strecke genießt man eindrucksvolle und herrliche Einblicke in die schroffen Nordwände der Karawanken, wie beispielsweise die des Kosiak, der hier auf über 2.000 Metern thront. Die Kehren des Forstweges können gut gemeistert werden, die Ogrisalm bietet einen schönen Rastplatz mit hervorragendem Panorama. 

Zurück geht es wieder über den Forstweg oder man entscheidet sich für den Panoramaweg in Richtung Gehöft Ogrisbauer, wo man vor den ersten Häusern rechts hinunter in den Wald und über die Bodenbauer-Wiese zurück gelangt. Wie immer gilt: Rücksicht auf Wanderer, Langläufer und auch das Wild nehmen! 

Darf’s ein bisschen höher sein? Der Hochstuhl 

Wem das nicht reicht, der kann über den Bielschitzasattel und das Hochstuhlkar auf den Gipfel des Hochstuhls wandern. Eine besondere Tour mit hochalpinem Feeling, die sich für Anfänger aber nicht mehr eignet. Die Abfahrt erfolgt über die „Grüne Ries“ zur Johannsenruhe und Klagenfurter Hütte. Danach erfolgt ein erneuter Aufstieg Richtung Bielschitza über das Vertatschakar zurück ins Bodental. 

Karawanken-Klassiker: Der Kosiak

Auch der Kosiak ist ein klassisches Touren-Ziel in den Karawanken. Diesmal gehen wir aber nicht durchs Bodental, sondern durchs Bärental. Von der Stouhütte folgt man dem Forstweg nach Süden Richtung Klagenfurter Hütte, nach dem Passieren der Johannsenruhe geht es am rechten Talrand steil aufwärts – alternativ kann man über den flachen Fahrweg aufsteigen. 

Auf etwa 1.400 Metern Seehöhe gelangt man über die Baumgrenze in das sogenannte „Fuchsloch“ zur Maltschacher Alm. Nach einer kurze Steilstufe gelangt man an den Fuß der langen Westflanke, über welche es bis zum Gipfel geht. Achtung: Speziell auf der Südflanke lösen sich bei ungünstiger Witterung oft Lawinen. Wer hier hinauf möchte, sollte unbedingt erfahren im Tourengehen sein oder zumindest einen Profi mit in der Gruppe haben und ein Notfallset mitführen! 

Der kleine Frauenkogel

Diese Tour ist ein echter Geheimtipp. Eine Skitour auf den kleinen Frauenkogel setzt eine gewisse Menge Neuschnee voraus, wir starten nämlich bereits auf 600 Metern Seehöhe. 

Vom Kraftwerk in Rosenbach geht es über einen Forstweg bergauf durch den Bärengraben. Recht gemütlich, aber stetig steigend, geht man hier in ca. drei Stunden bis über die Baumgrenze auf freie und weitläufige Berghänge gelangt.

Über eine Almwiese gelangt man dann auf den Gipfel des kleinen Frauenkogels, der sich auf knapp 1.500 Metern befindet. Die Abfahrt erfolgt entweder über die Aufstiegsroute oder man fährt Richtung Süden ein Stück bergab und quert dann auf einem Forstweg zurück nach Norden zur Aufstiegsspur und gelangt wieder zurück ins Tal.

Winterwandern mit Schneeschuhen

Wer es ein wenig gemütlicher haben möchte, der Winterwanderung aber dennoch das gewisse Etwas verleihen will, der kann sich auf zu einer Schneeschuhwanderung machen.  Schneeschuhe sind auch in der Anschaffung wesentlich günstiger! Natürlich können auch die oben beschriebenen Skitouren mit Schneeschuhen begangen werden. Dabei ist aber zu bedenken, dass auch der teils steile Abstieg durch den Schnee wieder geschafft werden muss – deshalb stellen wir noch ein paar weniger intensive Touren vor, die hervorragend an einem sonnigen Vormittag genossen werden können! Diese Touren sind nur wenige Kilometer von der Innenstadt entfernt.

Zillhöhe & Falkenberg

Auch nahe der Stadt locken die Schneemengen des heurigen Winters zu einer einfachen, aber dennoch nicht langweiligen Schneeschuhwanderung. Etwas knackiger als direkt übers Kreuzbergl geht es nämlich von der Ostbucht des Wörthersees, vorbei am Plattenwirt durch die Unterführung Richtung Freyenthurn. Nach dem Schotterweg erreicht man die Seewiese. Ab hier können dann auch die Schneeschuhe angelegt werden. Man folgt der Beschilderung auf die Zillhöhe und dann weiter auf den Falkenberg und die Fliehburghöhe. Nach knapp sieben Kilometern endet die Tour in der Schleppekurve. Von dort kann man mit den Stadtwerke-Bussen über den Heiligengeistplatz wieder zum Ausgangspunkt retour.

Pirkerkogel

Eine besonders schöne Tour führt vom Wasserweg Krumpendorf über einen breiten, gut beschilderten Pfad hinauf zum Pirkerkogel auf über 600 Meter. Von hier aus hat man eine hervorragende Aussicht auf den Wörthersee, den Pyramidenkogel, bis zum Mittagskogel und Dobratsch. Nach Erreichen des Gipfels kann man entweder denselben Weg wieder retour nehmen, oder dem Pfad weiter folgen und über einen kurzen, aber sehr steilen, Abstieg über den Pirkhof nach Pritschitz und zurück nach Krumpendorf wandern. 

Ulrichsberg               

Sicher über der Nebelgrenze! Das ganze Jahr über ist der Ulrichsberg ein echter Klassiker für Wanderfreunde. Bei den derzeitigen Schneemengen erleichtern Schneeschuhe, die einfach über feste Winter- oder Wanderschuhe gezogen werden können, Auf- und Abstieg ungemein. 

Vom Parkplatz Ulrichsberg aus geht es durch den Wald über Forststraßen und einfache Wanderwege zum Goesskreuz. Anschließend führt ein steiler Pfad hinauf zum Gipfel des Ulrichsbergs und zum Heimkehrerkreuz, wo die strahlende Sonne zu einem Päuschen einlädt.  

Freudenberg

Eine einfache, gemütliche und sicher nicht überlaufene Tour startet in Moosburg. Vom Ortsteil Nußberg aus führt ein Wanderweg Richtung Norden auf den Freudenberg, dessen Gipfel man nach ungefähr 45 Minuten erreicht. Oben kann dann die beliebte Wallfahrtskirche „Maria Sieben Schmerzen“ besichtigt werden, auch die Aussicht auf die Nockberge und das Klagenfurter Becken können sich sehen lassen. 

Den Winter in vollen Zügen genießen

Um Winter und Schnee sportlich genießen zu können, muss es nicht immer ein klassischer Skitag auf der Piste sein. Nicht umsonst sind Skitouren wohl der Wintertrend Nummer Eins, auch Schneeschuhwanderungen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. 

Die Klagenfurter Hausberge bieten bei genug Schnee auf jeden Fall unzählige Möglichkeiten, eine Winterwanderung völlig neu zu erleben (zum Beispiel auch der Magdalensberg oder der Plöschenberg). 

Wer sich mit Tourenski oder Splitboard aufmacht, sollte sich auf jeden Fall ein Grundwissen über Lawinen aneignen und sich für Notfälle dementsprechend ausstatten. Wie immer gilt natürlich: Rücksicht auf andere nehmen, die Natur schützen und dem Wild seinen Freiraum lassen – dann steht dem winterlichen Abenteuer nichts mehr im Wege.

Das könnte Sie auch interessieren

X