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(c) KW, Steinthaler

Potica, Colomba und Spinat: So schmeckt Ostern im Alpen-Adria Raum

Italien, Slowenien und Kärnten vereint eine lange kulinarische Tradition. Die Küchen der Senza-Confini-Region befruchten sich seit Jahrhunderten gegenseitig und tischen doch ganz besondere Eigenheiten auf. Kosten sie sich mit uns durch die besten Oster-Gerichte im Alpen-Adria Raum.

Während die meisten Gastronomen bis Karfreitag rein vegetarische Gerichte wie Spinat und Fisch anbieten, kommen Fleischtiger nach der Fleischweihe am Karsamstag auf ihre Kosten. Genau in diesem Rhythmus teilt sich die heimische Osterkulinarik in warme Gerichte und kalte Jausenplatten.

Dabei färbt der Frühling die Alpen-Adria Küche so richtig grün: Bärlauch, Spinat oder Basilikum – die heimischen Teller bekommen rund um Ostern immer einen grünen Farbklecks verpasst. In Sachen Fleisch wird es dafür umso deftiger. Das beliebte Selchfleisch zieht sich durch die Küchen aller drei Regionen.

Und auch die süßen Nachspeisen sind da und dort nachbarschaftlich sehr verwandt. Doch muss man in Zeiten wie diesen nicht unbedingt die Grenzen überschreiten, um an Köstlichkeiten aus dem Alpen-Adria Raum zu kommen. Dafür sorgen Botschafter des guten Geschmacks und verwöhnen uns mit Süßem aus sweet Slovenia und bella Italia. Klagenfurt ist ein wahrer Schmelztiegel der Kulinarik.

Schinken, Osterschinken, Ostern, Osterjause, Markt, 9020 Klagenfurt am Wörthersee
(c) Klagenfurter Märkte

Gesundes am Gründonnerstag

In der Karwoche kommen Vegetarier auf ihre Kosten. Wer bis jetzt nicht gefastet hat, kann sich nun zum Endspurt der 40 Tage dauernden Fastenzeit dazugesellen. Am Benediktinermarkt in Klagenfurt kocht Zuagrast am Gründonnerstag traditionell gefüllte Erdäpfel-Nudel-Taschen auf Cremespinat mit Spiegelei und Salat.

Wussten sie, dass am Gründonnerstag immerhin jeder zweite Österreicher Spinat isst? In all seinen möglichen Variationen vom Klassiker Cremespinat mit Spiegelei und Erdäpfeln bis hin zur modernen Interpretation in Form einer Steinofenpizza Bianca Neve mit Ricotta und Spinat von der Uni Pizzeria in Klagenfurt. Passend zum Folgetag gibt es in der Universitätsstraße auch Tagliatelle Salmone mit Lachs und Blattspinat, um die beiden Tage kulinarisch zu vereinen. Im ländlichen Bereich werden auch Brennnesseln zu Spinat verarbeitet

Aber woher kommt diese gesunde Tradition am Gründonnerstag? Die Antwort liegt in der Bedeutung des Namens: Das Wort kommt von „greinen“, was soviel heißt wie „weinen“ oder „wehklagen“. Im Laufe der Geschichte wurde aus „greinen“ dann „grün“ und die Tradition, an diesem Tag grünes Gemüse zu essen.

Karfreitag ist Fischtag

Am Freitag geht es weiter mit der leichten Küche: Fisch kommt auf den Tisch. Immerhin seit dem zweiten Jahrhundert ist der Karfreitag für Christen ein strenger Fastentag, an dem kein Fleisch gegessen wird, um an das Leiden und Sterben Jesu am Kreuz zu gedenken. Der Fisch dient dabei als eines der ältesten Symbole, mit denen sich Christen zu erkennen geben.

Dieser Tradition schließen sich zahlreiche Gastronomen an und schreiben besondere Fischgerichte auf ihre Karte – so auch Zuagrast am Benediktinermarkt, deren legendären hausgemachten Fischburger man gekostet haben muss! Und auch die Karte des Hotel Restaurants Weidenhof wartet für Fischfans mit gebratenem Wildsaiblingsfilet mit Basilikumsauce und Petersilienkartoffel auf.

Die gehobene Küche im Weidenhof bietet jedes Wochenende ihre beliebte Speisekarte, die bereits von vielen Stammgästen vermisst wurde, als Take-Away an. Die Küche überrascht neuerdings mit Frühlingsgrüßen aus Bayern: Mit frischem Bärlauch Obatzd’n gibt es für alle Abholer eine extra Portion Frühling!

Die 20 besten Klagenfurter Fischadressen finden sie in unserem Blog-Beitrag über heimischen Fischgenuss. So hat am Gründonnerstag und Karfreitag auch der Forellenhof Jorde geöffnet, um zwischen Forelle, Saibling, Lachsforelle, Kärntna Lax’n, Karpfen und Stör die Qual der Wahl zu haben. Vorreservierung wird empfohlen!

(c) Kärnten Werbung, Carletto Photography

Für Fleischtiger

Wenn dann nach der Segnung der Speisen am Karsamstag Fleischliebhaber von ihrer kulinarischen Abstinenz befreit werden, kommen Alexandra Wutte und Jacqueline Felsberger von “EdlKnedl” ins Spiel. Die beiden Kärntnerinnen haben sich mit ihren exklusiven Knödeln von pikant bis süß eine Nische gesichert.

Zu Ostern sind ihre Bio-Selchfleisch-Knödel nicht nur begehrt, sondern auch generell weizenfrei. Erhältlich im Onlineshop oder beim Klagenfurter Delikatessen Jäger in der Radetzkystraße am Fuße des Kreuzbergls. Ihre einzigartigen Bio-Knödel sind mit regionalen und saisonalen Rohstoffen ein Unikat von Hand gemacht und nach eigenen Rezepten komplett ohne Geschmacks- und Zusatzstoffe entwickelt worden.

(c) EdlKnedl

Authentisch italienisch

Auch in Italien ist Ostern kulinarisch einer der Höhepunkte des Jahres. Dabei lieben es die Italiener intensiv. Neben Riesen-Schokoladeneiern und Friedenstauben-Kuchen sind Lamm-Gerichte zu Ostern in ganz Italien weit verbreitet.

Einer der Klassiker des Osterfestmahls und ein Aushängeschild der römischen Küche ist Milchlamm-Ragout auf römische Art. Für „Abbacchio alla romana“ wird das Lamm ganz langsam geschmort. Zu den typischen italienischen Ostergerichten gehört auch „Capretto agli agrumi al forno“, ein Zicklein mit Zitrusfrüchten, das im Ofen gebacken wird.

Traditionell wird in Italien zu Ostern viel gebacken. Am bekanntesten sind vermutlich die ursprünglich ligurische salzige Ostertorte „Torta pasqualina“, die mit Spinat oder Mangold, Ricotta und Ei gefüllt ist, und die süße neapolitanische „Pastiera napoletana“ mit Hartweizenkörnern und Ricotta.

Geschmack SLOWeniens

Auch in Slowenien ist Ostern das heiß ersehnte Ende der Fastenzeit und gleichzeitig Startschuss für Gaumenschmaus und Völlerei. Die ganze slowenische Kochkreativität kommt im Hauptgericht „Schinken im Brotteig“ zum Ausdruck. Eine klassische Kombination zum österlichen Frühstück ist die Potica, belegt mit Meerrettich, Ei und gekochtem Schinken.

Was wäre Ostern ohne eine Potica? Sie ist das Kernstück der festlichen Köstlichkeiten in unserem Nachbarland. Dieses typische slowenische Gebäck kann mit verschiedenen Füllungen zubereitet werden, am häufigsten werden Walnüsse oder Mohn verwendet.

Auch die typische Osterpinze ist bei uns nicht mehr wegzudenken. Sie stammt aus dem Raum Südösterreich, Slowenien und Kroatien und ist somit grenzüberschreitend beliebt. Der Name stammt vom italienischen „pinza“, zu Deutsch „Schere“ oder „Zange“. Bei der Herstellung wird das Hefe-Gebäck nämlich vor dem Backen mit einer Schere drei Mal eingeschnitten. So erhält die Pinze ihre charakteristische Form.

Zu den traditionellen Festtagsgerichten zählt in Slowenien Fuline, eine Art Semmelknödel mit gekochtem Räucherschinken. Oder Kostelski želodec: Ein Schweinemagen, gefüllt mit Brot, Räucherspeck und Gewürzen. Die Masse wird im Ofen gebacken, aufgeschnitten und kalt serviert.

Süßes aus dem Süden

Was wäre Ostern ohne einen Panettone aus Italien? Auch die Kuchen in Taubenform – genannt Colomba – werden immer bekannter! Italienfans wissen schon lange, dass diese bei Deli Jäger oder im La Grande Mela in der Rosentaler Str. 92 zu bekommen sind. Der Italiener ist immer einen Erlebnisbesuch wert! Nehmen sie sich ein bisschen Auszeit für einen rundum italienischen Einkauf inklusive „parlare“.

Aber auch im Osten und Westen Klagenfurts bekommt man Saisonales aus Italien. So lassen das Gusto Italia in der Heinrich Harrer Str. 5 und die IFC, die Italian Food Company, in der Villacher Str. 127 alle Herzen italienischen Geschmacks höher schlagen.

Für Ostern hat sich auch das La Baita in der Klagenfurter Innenstadt eine Köstlichkeit ausgedacht: Colomba Muffins sind das kulinarische Oster-Must-have für alle, die sich ein wenig südliche Urlaubsstimmung nach Hause holen wollen.

Ostern zum Nachkochen mit cookingCatrin

Über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist wohl Kärntens fleißigste Food-Bloggerin cookingCatrin. Auf ihrem Blog verrät sie Rezepte für einen gelungenen Oster-Brunch mit Schinkenplatte, saisonale Bärlauch-Kreationen und wie man ein süßes Osterlamm backt. Hier verrät sie uns gleich zwei Rezepte für die Osterzeit.

Frühlings Schinken Risotto mit Spargel

4 Portionen | 40 Minuten

Zutaten:
1 Bund grüner Spargel (entspricht 500 g)
1 Zwiebel
3 EL Olivenöl
250 g Risottoreis
1/8 l Weißwein
650 ml Gemüsesuppe
100 g Römer Schinken/alternativ Spargel-Schinken
1 dünne Schnitte Butter
75 g Parmesan (frisch gerieben)
Salz & Pfeffer

Zubereitung:
Den Spargel waschen und die holzigen Enden abschneiden. Die Spargelstangen in circa drei Zentimeter große Stücke schneiden und zur Seite stellen.

Die Zwiebel schälen und sehr fein würfeln. Olivenöl in einem Topf erhitzen, die Zwiebelwürfel darin glasig dünsten. Den Risottoreis hinzufügen, kurz anrösten und mit Weißwein ablöschen. Mit etwas heißer Gemüsesuppe aufgießen. Die restliche Gemüsesuppe nach und nach hinzufügen und unter Rühren auf mittlerer Hitze einköcheln lassen. Wenn zwei Drittel der Gemüsesuppe einreduziert sind, optional den Spargel hinzufügen und kurz mitköcheln lassen. {Alternativ den Spargel in einer Pfanne mit etwas Öl kurz herausbraten und das fertige Risotto damit garnieren.} Den Schinken fein würfeln und zum Schluss gemeinsam mit Parmesan und Butter unter das Risotto mischen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.  

 Für eine festliche Variante den Schinken und Spargel auf dem Risotto drapieren.

(c) Carletto Photography

Oster Schinken Sandwich mit verlorenem Ei

2 Portionen | 15 Minuten

Zutaten:
1 großes Olivenpanini
1 Faust firschen Spinat
6-8 Blätter Farmer Schinken
2-4 Cherrytomaten
2 EL Feta (gewürfelt)
Frische Kräuter
Salz & Pfeffer

Für das Kräuter-Pesto:
2 Zehen Knoblauch
1 Bund frische Kräuter {Basilikum, Salbei, Kerbel, Petersilie, Schnittlauch}
50 g Pinienkerne
80 ml Olivenöl
Salz & Pfeffer

Für die pochierten Eier:
4 Eier
Ein Schuss Apfel- oder Weißweinessig

Zubereitung:
Für das Frühlingskräuterpesto den Knoblauch schälen und in Scheiben schneiden. Die frischen Kräuter waschen und grob hacken. Mit den Knoblauchscheiben, den Pinienkernen, dem Öl, dem Salz und Pfeffer in eine tiefe Schüssel geben. Mit dem Stabmixer zu Pesto pürieren. 

Für die pochierten Eier: Einen halben Liter Wasser in einem Topf zum Simmern bringen, einen Schuss Essig hinzugeben. Die rohen Eier für zehn Sekunden ins kochende Wasser geben. Herausnehmen und separat in eine Tasse aufschlagen. Mit einem Kochlöffel das Wasser umrühren, sodass ein Strudel entsteht. Das Ei vorsichtig in das Wasser gießen und für drei Minuten im simmernden Wasser pochieren. Mit einer Schaumkelle aus dem Wasser nehmen. Den Vorgang mit dem zweiten Ei wiederholen.  

Das Panini halbieren und je der Länge nach durchschneiden und knusprig toasten.

Jeweils das Unterteil mit Pesto bestreichen und mit frischem Spinat sowie Farmer Schinken belegen. Je ein pochiertes Ei darauflegen und mit halbierten Cherrytomaten, Fetawürfeln und frischen Kräutern garnieren. Mit Salz und Pfeffer würzen. Die obere Panini-Hälfte drauflegen und sofort noch warm servieren.

(c) Carletto Photography

Ostern senza confini

Können sie es schon riechen? Es duftet nach Ostern! Klagenfurt zeigt wieder einmal, welche kulinarischen Schätze in ihr stecken. Als Schmelztiegel dreier Nationen kostet man sich von früh bis spät an zahlreichen Adressen des guten Geschmacks durch Kärnten, Italien und Slowenien. In diesem Sinne: Frohe Ostern, buona Pasqua und vesele velikonočne praznike! Und guten Appetit beim Restlessen des Osterschinkens in den nächsten Wochen. 😉

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