Share on facebook
Share on twitter
Share on pinterest
Share on whatsapp
Print Friendly, PDF & Email
Share on facebook
Share on twitter
Share on pinterest
Share on whatsapp
Print Friendly, PDF & Email
Endspurt Richtung Gipfel des Magdalensberg

Inhaltsverzeichnis

Die neue MTB Virunum-Tour: von Klagenfurt auf den Magdalensberg

Benannt nach dem „Municipium Claudium Virunum“ ist die neue Mountainbike-Tour von Klagenfurt nach Maria Saal auf den Magdalensberg ebenso vielseitig und geschichtsträchtig wie ihr Name selbst.

Inhaltsverzeichnis

Virunum, die Hauptstadt der ehemals römischen Provinz Noricum, ist heute Namensgeber für eine neue Strecke bei Klagenfurt, die so einige Bikerherzen höher schlagen lassen wird! Ich bin die Tour an einem sehr sonnigen Juni-Wochenende gefahren und kann vorab schon einmal eines verraten: Ich komme definitiv wieder!

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Tipps zur Vorbereitung

Bevor es gleich auf den Sattel geht, habe ich ein paar Ratschläge gesammelt: Das Wichtigste zuerst – unbedingt Sonnencreme auftragen und auch ab in den Rucksack damit, genauso wie ein T-Shirt zum Wechseln und eine Windjacke. 

Außerdem sollte man ausreichend zu trinken mitnehmen, ein paar Snacks für zwischendurch (z.B. Obst oder Müsliriegel) schaden sicherlich auch nicht. Handy oder Kamera sollten auf jeden Fall dabei sein. 

Ich bin die Tour mit einem E-Mountainbike mit Full Suspension gefahren, habe aber lebende Beweise, dass es auch ohne Motor schaffbar ist! Auf jeden Fall sollte man einen Tagestrip einplanen – man ist ein paar Stunden unterwegs und am besten lässt sich die Strecke mit genügend Zeit genießen. 

Von Klagenfurt nach Annabichl

Wir starten unsere Tour mitten in der Stadt am Lindwurmbrunnen – wer etwas früher losfährt, kann sich hier noch eine kleine, koffeinhaltige Stärkung gönnen, bevor wir kräftig in die Pedale treten dürfen. 

Über den Radweg auf der St. Veiter Straße geht es über Annabichl in Richtung Maria Saaler Berg. Gute Orientierungspunkte sind zum Beispiel das Autohaus Meyer-Hafner, kurz nach der Avanti-Selbstbedienungstankstelle geht es dann rechts durch eine Unterführung Richtung Maria Saal. 

Wer möchte, kann vor der Bahngleis-Unterführung noch ein paar Meter weiter zum Schloss Annabichl fahren – ein eleganter, kleiner Renaissancebau, der im 18. Jahrhundert barockisiert wurde. – Das Schloss kann allerdings nur von außen besichtigt werden.

Der erste Offroad-Part: Maria Saaler Berg 

Eingefleischten Mountainbikern wird der Maria Saaler Berg bereits bekannt sein – nach der Unterführung folgen wir den Schildern und kommen vorbei am Weissen Kreuz, das einen perfekten Spot für eine erste Trinkpause bietet. 

Hier beginnt auch mein erster „Fun-Part“: Auf breiten, zwar zwischendurch ruppigen, aber dennoch umso spaßigeren Forstwegen geht es über den Maria Saaler Berg direkt in die Ortschaft. 

Zwar sind ein, zwei kräftige Anstiege dabei, die sich aber trotz Wurzeln mit einem E-Mountainbike gut bezwingen lassen. Ein wenig Übung sollte man für das Uphill aber mitbringen. Beim Verlassen des Waldes landet man bei der Feuerwehr in Maria Saal, wo man auch das „Virunum Tour“-Schild entdeckt. 

Pause mit Geschichte: Freilichtmuseum Maria Saal & Mostschenke Mesnerhaus 

Wer Zeit und Laune hat, kann einen Abstecher zum Freilichtmuseum machen. Maria Saal liegt nämlich auf äußerst geschichtsträchtigem Boden, denn dort war vor vielen tausenden Jahren die Stadt Virunum – ich befinde mich also am Grundstein der Tour. Selbst als zugezogene Wahl-Kärntnerin, die meistens auf der Suche nach dem actionreichsten Weg ans Ziel ist, muss ich hier Halt machen. 

Das Freilichtmuseum Maria Saal beherbergt bäuerliche Haus- und Hofformen aus den verschiedensten Landesteilen, die einen Einblick in die Wohn- und Wirtschaftsweise vergangener Zeiten geben. Auch für Kärnten typische vorindustrielle Anlagen aus dem 18. und 19. Jahrhundert wie Floder- und Radmühlen, eine Sägemühle, ein Kalkofen und eine Brückenwaage sind zu sehen. 

Im Rundgang sind Bauern- und Kräutergärten und Zaunformen zu bestaunen. Insgesamt bieten 36 Museumsobjekte aus sechs Jahrhunderten Einblicke in die bäuerliche Lebens- und Arbeitswelt Kärntens, das ab 1. Mai wieder geöffnet hat. 

Wer durstig oder hungrig ist, sollte auch bei der Mostschenke Mesnerhaus stehen bleiben. Seit jeher ein beliebter Treffpunkt für urigen Genuss, wurde die Traditionsschenke von den beiden jungen Gastwirten Katrin Grünewald und René Gallmayer übernommen, die der alten Mostschenke neues Leben einhauchen wollen und ihre Gäste mit zünftiger Jause aus regionalen Produkten und kühlen Getränken verwöhnen.

Maria Saaler Dom

Ein weiteres Stück Geschichte bietet der Maria Saaler Dom bzw. die Marienkirche. Die Wallfahrtskirche birgt zahlreiche Kunstwerke aus allen Epochen, von der Antike bis zur Gegenwart, die wirklich einen großartigen Anblick bieten. Es lohnt sich, auch noch einmal zu einer der Domführungen wieder zu kommen. Wer es noch auf den Magdalensberg schaffen möchte, der kann aber den Kurzbesuch für ein Stoßgebet nutzen, um sich auf den schwierigsten Teil der Strecke vorzubereiten.

Up & Down nach Ottmanach 

Von jetzt an gibt es in Richtung Ottmanach zwar immer wieder kurze Abwärts-Passagen, die meiste Zeit ist aber Beinkraft gefragt – auf Asphalt und auf Waldwegen, die das Treten bergauf aber durchaus spannend und abwechslungsreich gestalten. Man folgt der Beschilderung über das herrlich-idyllische Stutterer Moos. Hier gibt es eine relativ lange, flowige Downhill Passage, wo es sich auf Waldboden einfach nur genüsslich dahin rollen lässt, bevor es durch Marien nach Ottmanach geht. 

Zugegeben, mir war nicht bewusst, was ein kleiner Ort abseits von Klagenfurt alles zu bieten hat. Nachdem die Waden auf den letzten Kilometern gut aufgewärmt wurden, darf eine kleine Pause durchaus sein. 

Man sollte unbedingt die tausendjährige Linde aufsuchen. Die sogenannte „Kramerlinde“ ist eine uralte Sommerlinde mit einem Stammumfang von fast neun Metern. Angeblich haben hier bis zum Jahr 1932 die Dorfbewohner den alljährlichen Kirchtag mit einem Tanz unter der Linde gefeiert. 1955 wurde die mächtige Linde dann zum Naturdenkmal erklärt. Auch beim Schloss Ottmanach kann man vorbei radeln. Ab hier beginnt auch der schier unaufhaltsame Drang, ständig Fotos von dem atemberaubenden Panorama des Klagenfurter Beckens und der Karawanken zu machen! 

Auf den Spuren der Kelten: Archäologischer Park Magdalensberg

Bevor wir Kärntens erste römische Hauptstadt auf dem Magdalensberg erreichen, wird’s auf der Strecke von Ottmanach bergauf zum Gipfel noch einmal richtig intensiv – hier sind auch E-Bike-Fahrer gefordert! Aber: Man trifft auf dem Weg unzählige „Leidensgenossen“ und – wie angekündigt – man hat durchgehend einen atemberaubenden Ausblick! 

Von Ottmanach nach Göriach geht’s schnurstracks, konstant, steil uphill. Das war der erste Punkt, an dem ich mich gefragt habe, ob sich die Tour nicht auch mit dem Auto bestens erleben ließe. 

Nachträglich kann ich sagen: Nein. Denn auch wenn man schon mehrmals am Magdalensberg zu Besuch war: Das ist eine völlig neue Erfahrung. Nach einem ziemlichen Kraftakt kann man ab Göriach entweder am Marterl vorbei der Schotterstraße bergauf folgen oder die Kehren zum Gipfelhaus nehmen. 

Ich habe mich für Zweiteres entschieden, in freudiger Erwartung auf ein kleines Downhill-Erlebnis beim Zurückfahren. Folgt man der Straße, gelangt man vorbei an Hochlandrindern zu den bekannten keltisch-römischen Ausgrabungen am Magdalensberg.  

Endspurt Richtung Gipfel des Magdalensberg

Nach der nächsten Kurve ist das Gipfelhaus am Magdalensberg endlich zu sehen! Jetzt heißt es noch einmal: Volle Kraft voraus – ich befinde mich irgendwo zwischen Schmerz und Glücksgefühl, die Freude über den fast bezwungenen Gipfel überwiegt aber. 

Die unglaubliche Aussicht im Rücken, das Ziel vor Augen: Die Ankunft beim Gipfelhaus ist – sagen wir es kurz – episch. Und ganz plötzlich weiß man auch wieder, wozu das alles gut war. Die Gasthaus- und Hotelbetreiber der Familie der Skorianz bieten auf über 1.000 Metern Seehöhe Verwöhnung für alle Sinne.

Das Gipfelhaus wurde komplett umgebaut und begeistert selbst von außen mit toller Architektur. Der gut versteckte Pool, den ich aber trotzdem erspähen konnte, löst nach der letzten, anstrengenden Etappe beinahe Sehnsüchte aus. Aber irgendwo findet sich auch ganz schnell ein herrliches Plätzchen zum Jausnen und zum Genießen des Panoramas. 

Auch hier entdecke ich wieder ein Stück Geschichte. Die Kirche am Magdalensberg direkt neben dem Gipfelhaus ist eine Filialkirche der Pfarrkirche Heilige Margaretha in Ottmanach. Zwar war die Kirche leider geschlossen, der spätgotische Hochaltar aus dem Jahr 1502 soll aber einer der schönsten Flügelaltare Kärntens sein. 

Über Stock und Stein zurück nach Klagenfurt

Nach einer ausgiebigen Stärkung freue ich mich besonders auf’s bergab Fahren. Man folgt einfach der Beschilderung in Richtung Klagenfurt – dann gibt es eine tolle, auch für Anfänger meisterbare Passage durch den Wald: ein breiter Weg, ein wenig unwegsames Gelände, aber schön übersichtlich und mit Spaß-Garantie. Der gut beschilderte Weg lässt einen ganz ohne Anstrengung (aber mit Konzentration!) bergab düsen, ohne, dass man zwischendurch nach der Route Ausschau halten muss. 

Man kann dem beschilderten Weg wieder zurück folgen – nach dem relativ langen Downhill-Part sind die Ups & Downs ab Ottmanach gut ausgeglichen und bezwingbar. Ich entscheide mich für einen kleinen Umweg und fahre von Ottmanach über das Zollfeld in Richtung Herzogstuhl und Burg Hochosterwitz. Ich folge der Beschilderung in Richtung Kading und biege dort auf den Radweg neben der Glan ein, dem ich bis zum Klagenfurter Lendhafen folge, den ich passend zur golden hour erreiche. 

Erlebnistour mit dem Fahrrad

Ich war von der Tour von Anfang bis Ende begeistert. Die abwechslungsreichen Etappen mit Asphalt- und Forstwegen, die fordernden Waldstücke, die Mischung aus bergauf und bergab und die zahlreichen Sehenswürdigkeiten und Einkehrmöglichkeiten machen die Virunum Tour zu einem ganz besonderen Tagesausflug. 

Jeder Tritt und jede Schweißperle lohnen sich, wenn man vom Ziel aus ganz weit in die Ferne blickt. Man sollte auf jeden Fall ein bisschen mehr Zeit einplanen, um die Tour auch in vollen Zügen genießen und ausreichend Pausen zur Stärkung und zum Auskundschaften machen zu können. Auch wenn Kondition und ein wenig Übung auf Trails gefragt sind, fühlen sich hier definitiv auch Mountainbike-Anfänger wohl. Also: Let’s ride!

Bilder (c) Lukas Dürnegger

Print Friendly, PDF & Email

Das könnte Sie auch interessieren

X