Maria Saaler Dom
(c) Franz Gerdl

Maria Saal – Auf historischem Boden wandern

Die Marktgemeinde Maria Saal erlaubt ihren Besuchern, von einer Epoche zur anderen zu wandern. Denn dort – also im Norden der Landeshauptstadt Klagenfurt auf einer Anhöhe im Osten des Zollfeldes – entdecken Jung und Alt die spannende Geschichte Kärntens und erleben aus nächster Nähe bedeutende Sehenswürdigkeiten, die Geschichte-Fans und kulturaffine Gäste aus allen Himmelsrichtungen nach Maria Saal locken.

Vom Herzogsstuhl bis zum Freilichtmuseum, vom Magdalens- bis zum Ulrichsberg – die Geschichten sind bedeutend. Was man in der nahen Umgebung übrigens auch über Speis und Trank sagen kann. Vor allem über den Wein!

(c) Kulterer

Wallfahrtsort Maria Saal

Die Marktgemeinde ist ein bedeutender Wallfahrtsort für Gläubige aus dem gesamten Alpen-Adria-Raum. Gründe dafür sind die imposante Wallfahrts-und Stiftskirche Maria Saal und das Gotteshaus in Karnburg, bekannt als frühere Hauptstadt des Kärntner Herzogtums. Beide Bauten gehören zu den frühesten Kirchengründungen. Die spätgotische Form erhielt der Maria Saaler Dom Anfang des 15. Jahrhunderts, nach einem verheerenden Brand im Jahr 1669 bekam die Kirche im Zuge der Wiederherstellung ihr heutiges Erscheinungsbild. Seit jeher war sie den Menschen ein Zufluchtsort. Wer tief in die Geschichte des Wallfahrtsortes tauchen möchte, sollte unbedingt eine der beliebten Dom-Führungen besuchen. Es lohnt sich!

Herzogstuhl

Der Kärntner Herzogstuhl spielte eine bedeutende Rolle bei dem Ritual der Herrscher-Einsetzung des Herzogtums Kärnten. Dieser herzogliche Doppelsitz wurde im 9. Jahrhundert errichtet und befindet sich auf dem Zollfeld, wo man seine östliche und westliche Sitzfläche heute noch bestaunen kann. Der westliche, ältere Sitz war für den Pfalzgrafen und der östliche für den Herzog von Kärnten bestimmt. Der Herzog leistete hier den Ständen den Eid, empfing die Huldigung, vergab die Lehen und sprach Recht. Am nordwestlichen Stützpfeiler der Rückenlehne sind zwei Inschriften angebracht, die zeigen, dass die Platte schon in der Antike eine Zweitverwendung gefunden hat. 

Der Herzogstuhl wurde als sedes Karinthani ducatus anlässlich der Herzogseinsetzung im Jahr 1161 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Zwischen 1286 und 1597 ist die Inthronisation von sieben Landesfürsten urkundlich nachgewiesen. Zu späteren Zeiten wurde deren Ernennungen im Klagenfurter Landhaus durchgeführt. 

Noch heute kann man auf der Mittelplatte eine Inschrift am Kopfende des Herzogsitzes in gotischen Buchstaben sehen: „RVDOLPHVS DVX“ – Herzog Rudolf. Die Inschrift wurde vermutlich auf Veranlassung Herzog Rudolfs des Stifters 1360 wegen seiner Inthronisation angebracht. Dabei wurde eine bereits vorhandene, nicht identifizierte Inschrift verändert und wiederverwendet. Und zehn von zwölf Steinen des Herzogstuhls stammen übrigens aus Resten der Römerstadt Virunum. Beeindruckend, oder? Warten Sie ab, bis Sie tatsächlich vor dem geschichtlichen Zeitzeugen stehen.

Herzogstuhl
(c) Eva Windisch

Römische Städte und Bauten

Der vom Kärntner Landesmuseum betreute Archäologiepark auf dem Magdalensberg bringt Besuchern den Alltag in der römischen Provinzhauptstadt näher. Bis heute kennt man weder ihren Namen noch den Grund, warum sie im 1. Jahrhundert nach Christus verlassen wurde.

Die neue Provinzhauptstadt und der spätere Bischofssitz wurde die Stadt Virunum auf dem Zollfeld. Ihre Überreste sind bisher nur zum Teil freigelegt. Das restaurierte Amphitheater, in dem einst Gladiatoren gegen wilde Tiere gekämpft haben, ist heute – nach langjährigen Sanierungsarbeiten – fast gänzlich sichtbar und kann bei Voranmeldung im Rahmen von Führungen besichtigt werden. Selbst in den unterirdischen Gladiatorengang darf hineingesehen und gefühlt werden. Ein Abenteuer für die ganze Familie!

Virunum war eine römische Stadt in der römischen Provinz Noricum auf dem Gebiet des heutigen Zollfelds bei Maria Saal. Die Stadt selbst umfasste rund einen Quadratkilometer. Erste Ausgrabungen wurden in der zweiten Hälfte des 18. und am Beginn des 19. Jahrhunderts gemacht.

Umfangreiche systematische Grabungen fanden von Ende des 19. Jahrhunderts bis 1931 statt. Erst mit der Freilegung des Amphitheaters wurden intensive Grabungstätigkeiten wieder aufgenommen. Heute sind die Sanierungsarbeiten am Amphitheater von Virunum abgeschlossen. 

(c) LMK, Jasmin Schienegger

Kärntner Freilichtmuseum

Maria Saal hat auch noch ein einzigartiges Museum zu bieten. Schon beim Betreten des Areals fühlen sich die interessierten Gäste in eine andere Zeit versetzt. Der typische Museums-Charakter bleibt aus. Das Freilichtmuseum ist das älteste Museum seiner Art in Österreich.

Es zeigt bäuerliche Haus- und Hofformen aus den verschiedensten Landesteilen, die einen Einblick in die Wohn- und Wirtschaftsweise vergangener Zeiten ermöglichen. Neben den historischen Bauernhäusern wird dem Besucher auch das bäuerliche Handwerk im sogenannten „Industriegelände“ vor Augen geführt. Dort befinden sich Flodermühlen, Sägemühle, Kohlenmeiler und ein Kalkofen. In den Rundgang durch das Kärntner Freilichtmuseum ist auch ein Naturlehrpfad integriert, der Interessierte mit landestypischen Pflanzen und deren Lebensräumen vertraut macht. 

(c) Wolfgang Handler

Außerdem finden dort regelmäßig Workshops statt, wo altes Wissen und bewährte Techniken auch heute noch weitergegeben werden. Selbst für den Hunger zwischendurch ist alles vor Ort. Also, lassen Sie sich ruhig Zeit beim Stöbern in einer längst vergangen Zeit.

Genuss im Glas im Weingut Karnburg

Der gebürtige Texaner Sem Kegley und Georg Lexer betreiben in Stegendorf bei Karnburg das Weingut Karnburg. Dort werden auf rund 6,5 Hektar Weingarten Chardonnay, Pinot grigio, Sauvignon blanc, Zweigelt und Pinot noir angebaut. Der Weinbau erfolgt dort von leichter Hanglage bis zu Weinbau in Terrassen am Südhang des Ulrichsbergs. Die Gäste erwartet ein spektakulärer Blick über das Klagenfurter Becken bis hin zu den Karawanken. 

Echt, kärntnerisch und bodenständig lautet die Philosophie. Genießen Sie im Restaurant Leiten am Weingut Karnburg ein fantastisches Essen. 

(c) Elias Jerusalem

Gaumenschmaus im Gasthof Sandwirt

Der Gasthof Sandwirt ist ein uriges, gemütliches Lokal, das tief in der Region verwurzelt ist und die Traditionen zeitgemäß umsetzt. So kochen man hier ausschließlich aus regionalen Produkten und bedient sich nur an Zutaten, die die Saison bereithält. So hat sich der Gasthof Sandwirt als neuer kulinarischer Treffpunkt in Maria Saal etabliert, der vor allem wegen seines lauschigen Gastgartens beliebt ist. 

(c) Sandwirt

Domführungen Maria Saal
+43-664-1662629
dom.hinteregger@aon.at
www.domverein-mariasaal.at

Marktgemeinde Maria Saal
Am Platzl 7
9063 Maria Saal
+43-4223-2214
maria-saal@ktn.gde.at
www.maria-saal.gv.at

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