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Die Pfalzkirche in Karnburg
Die Pfalzkirche in Karnburg (c) Klagenfurt Marketing, NH

Sechs sehenswerte Kirchen in und um Klagenfurt

Im Dom und in der Stadtpfarrkirche waren Sie schon oft? Zum Thema Kirchen in und um Klagenfurt gibt es aber noch weit mehr zu entdecken, gehören doch sakrale Gebäude zu den ergiebigsten historischen Stätten, ganz abgesehen von ihrer meditativen Atmosphäre. An ihrer Architektur und Ausstattung lässt sich über Generationen hinweg die Verfasstheit der Bevölkerung, die Macht des lokalen Klerus und die Bedeutung der Gemeinde messen. Aus der Vielzahl der Gotteshäuser in und rund um Klagenfurt haben wir diesmal kleine oder etwas abgelegene ausgesucht – vielleicht eine Anregung zu Streifzügen der stillen Art.

1. Kreuzberglkirche

Man kann sie nicht übersehen – vom Klagenfurter Hausbergerl aus grüßen ihre zwei Türme die Innenstadt. Die schönbrunnergelbe Kirche ist eine Kalvarienkirche, das heißt, der Anstieg zu ihren Toren ist dem Kreuzweg Jesu nachempfunden.

Die barocke kleine Kirche beschließt den Passionsweg, den die Gläubigen hoffentlich andächtig beschreiten. Unterwegs sind in kleinen kapellenähnlichen Mauernischen als Stationen die bekannten Leidensszenarien dargestellt. Heute sind diese Denkmäler als Landesgedächtnisstätte der Erinnerung an die Opfer der beiden Weltkriege gewidmet.

1742 wurde die Kirche am Kreuzbergl geweiht – wie das elegante Villenviertel und Naherholungsgebiet der Klagenfurter damals wohl ausgesehen hat?  

Die Kirche selbst ist ein Bau mit quadratischem Langhaus. Jeder Kärntner kennt die stadtwärts gerichtete Ostfassade mit ihrem zwiebelbehelmten Turmpaar und ihrer schlichten Pilastergliederung. Der Innenausstattung hat sich Josef Ferdiand Fromiller – vielbeschäftigter Barockmaler in Kärnten – angenommen.

Von ihm stammen die gemalte Scheinkuppel mit Architekturprospekt und Schweißtuch Christi, die Seitenaltäre und das Altarblatt im Zentrum des Hochaltars. Glatte und gedrehte Säulen umgeben hier das Motiv der Beweinung Christi. An die Balustrade draußen gelehnt sieht man sich belohnt für die kleine Stadtwanderung mit hübschem Ausblick auf Klagenfurt und romantischem Natur-Ambiente.

2.  Kapuzinerkirche

Nach Klagenfurt kamen die Kapuziner auf eine 1644 ergangene Einladung von Bürgerschaft und Magistrat. Den Grundstein für ihre Kirche und ihr Kloster legte 1646 Abt Paul von St. Paul. Unter den Stiftern, die den Bau ermöglichten, war Johann Baptist Jäger von Lebenstein der allergroßzügigste.

Im Jahr 1649 weihte der Fürstbischof von Gurk Franz Graf von Lodron die Kirche zu Ehren der Unbefleckten Empfängnis. Auf dem rechten Seitenaltar genoss ehedem das Gnadenbild „Maria vom Blut“ (auch Maria Steinwurf) hohe Verehrung des betenden Volks.

Bei dem verheerenden Brand vom 16. August 1723 wurde wie fast die ganze Stadt auch das Kloster zerstört. Wieder mussten die Wohltäter in die Tasche greifen um es 1725 wieder erstehen zu lassen.

Die südliche Stirnseite der kleinen Kirche bildet heute noch den Abschluss (oder Beginn?) der schnurgeraden Bahnhofstrasse. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts hieß die übrigens Breite Bach Gasse oder Kanalgasse, weil durch sie der offene Feuerbach floss.

Das tonnengewölbte Schiff ist eher dunkel weil arm an Fenstern, das fördert das mystische Gefühl. Die drei unbemalten Altäre sind aus dunklem Holz und spärlich vergoldet. Das große, Mitte des 18. Jahrhunderts angefertigte Altarbild des Hochaltars zeigt die Mutter Gottes mit dem heiligen Franziskus, umgeben von Engeln.

Die bescheidene Stimmung und die Ruhe, die das Kirchlein mitten in der Stadt in sich versammeln, ermöglicht ein kurzes Innehalten in der Alltagshektik. Für jene, die das möchten – die Kirche ist eine Beicht-Kirche, dieser Liebesdienst des Zuhörens wird von den Kapuzinern täglich angeboten.

3. Stiftskirche Viktring

Ebenfalls eine Klosterkirche in wunderschöner Lage. Die Anlage „Maria vom Siege“ stammt aus dem Mittelalter und wurde 1202 geweiht. Der romanische Bautyp entspricht ursprünglich der asketischen Einstellung des Zisterzienser-Ordens – kreuzförmiger Grundriss, vermutlich flach, das heißt ohne Chorraum geschlossen und frei von allem Überflüssigen – wurde aber im Lauf der Jahrhunderte nach wechselnden Stil-Trends abgewandelt und ergänzt. So entstanden im 14. Jahrhundert ein gotischer Chor und im Barock der viergeschossige prunkvolle Hochaltar. Im 19. Jahrhundert wurde die Fassade klassizistisch verändert.

Kunsthistorisch von höchster Bedeutung sind die drei riesigen farbensprühenden Glasfenster aus den Jahren um 1390. Sie scheinen durch den Altar und zeigen Szenen aus der Passion, dem Marienleben sowie einfühlsame Porträts der zwölf Apostel. Aus dem 15. Jahrhundert stammen auch die erst vor einigen Jahren freigelegten bunten, ungewöhnlich detailreichen Decken-Fresken in der Bernhardkapelle.

Nach Verlassen der Kirche, in der man sich kaum sattsehen kann, verstärkt sich noch der Frieden im Gemüt – man schreitet über den gepflegten Rasen des herrlichen Parks, lustwandelt den schilfbestandenen Teich vor der monumentalen Fassade des Stifts entlang und wünscht sich, man wär noch im Schulalter – denn heute herrschen dort die Jungs und Mädels vom Musischen Gymnasium.

Abends ist die Stimmung im Park des Stifts einfach traumhaft.
Abends ist die Stimmung im Park des Stifts einfach traumhaft (c) Klagenfurt Marketing, NH

4. Karnburg

Jetzt lege ich Ihnen meine ganz persönliche Lieblingskirche in Kärnten ans Herz.

Das kleine Kirchlein mitten in der lieblichen Landschaft des Zollfelds kann seit frühmittelalterlichen Tagen auf eine spannende Geschichte zurückblicken.

Die Pfalzkirche in Karnburg ist die älteste Kirche Kärntens
Die ehemalige Pfalzkirche in Karnburg ist die älteste Kirche Kärntens (c) Klagenfurt Marketing, NH

Seinen christlichen Ursprung hatte es als Kapelle einer Königspfalz – die Kolonialherren Karolinger wussten auch, wo es schön ist und bauten sich im 9. Jahrhundert einen Palast an den sanften Hang.

Die ehemalige Pfalzkirche wurde 927 erstmals urkundlich erwähnt. Sie ist die älteste Kirche Kärntens und eine der ältesten in Österreich und ist als einziger Bauteil der Königspfalz erhalten geblieben. Für ihre Errichtung wurden zahlreiche römische Relief- und Inschriften-Steine verwendet.

Man spürt die hinter den Nebeln der Geschichte verborgenen Zeiten bei Betrachtung einer archaischen Wandskulptur: Die segnende Hand Gottes ist in eindrucksvoller Schlichtheit aus Stein gemeißelt. Die hochsymbolische Geste gibt uns eine Idee vom bedingungslosen Glauben jener Zeit und von der Allmacht des Gottesbildes.

Der Blick ins Land von der umgebenden Wehrmauer aus ist einzigartig schön. Vor dem alten Pfarrhaus blühen Rosen, die Wiesen duften, vis à vis erheben sich die gewaltigen Türme von Maria Saal.

Die Aussicht auf die Türme von Maria Saal
Aussicht auf die Türme von Maria Saal (c) Klagenfurt Marketing, NH

5. St. Peter am Bichl

Die ganze Gegend – rund zehn Kilometer vor Klagenfurt – ist römerzeitliches Siedlungsgebiet. Die Kirche wurde 1399 erstmals urkundlich erwähnt. Bis 1561 blieb sie eine eigenständige Pfarrkirche. Danach wurde es eine Filiale von Karnburg und ist heute eine Filialkirche der Pfarre Zweikirchen (wichtige Station beim schweißtreibenden Vierbergelauf und ebenfalls einen Besuch wert).

Die Architektur der Kirche inmitten der „Rotte“ St. Peter am Bichl – eine Rotte ist eine lose Anordnung weniger Häuser – stammt aus dem letzten Drittel des 13. Jahrhunderts. Der stark querrechteckige Turm weist vier romanische Doppelschallfenster mit Trennungssäulchen römischen Stils auf. An der West-Fassade über dem Kirchenportal sind zwei großartige karolingische Flechtwerksteine aus dem 8. Jahrhundert eingemauert. 

Auf der West-Fassade der Kirche sind über dem Kirchenportal zwei großartige karolingische Flechtwerksteine eingemauert
Auf der West-Fassade der Kirche sind über dem Kirchenportal zwei großartige karolingische Flechtwerksteine eingemauert (c) Klagenfurt Marketing, NH

6. Lendorf

Die Chorturmkirche im Dorf wurde in der Romanik errichtet und hat ihre mystische Aura perfekt bewahrt. Die gedrungene, urtümliche Form, die Licht- und Schießscharten aus der Zeit betonen den wehrhaften Charakter. Sehenswert sind das gotische Rundportal und das römerzeitliche Rundrelief einer eleganten Keltin.

Gerne wurde ja in Mittel- und Unterkärnten ungeniert jeder „heidnische“ Stein für Sakral- aber auch Wohnbauten verwendet. Die steinernen Zeugnisse vermischen die Kulturen und wirken auf uns heute unglaublich reizvoll.

Unsere Schauplätze innerhalb der Stadt sind schnell per pedes zu finden, die ländlichen Ziele im Rahmen eines kleinen Ausflugs … vielleicht konnten wir Sie ja motivieren, auf eigene Faust noch mehr der vielen wunderbaren, versteckten Kirchen in und um Klagenfurt zu finden, die jede Menge gelebte Geschichte bergen.

Und – sollten Sie sich generell für historische Schmankerl interessieren, dürfen wir Sie auch auf unsere Blogartikel “Urban Jungle” und “Stadtpfarrturm – reloaded!” hinweisen.

 Viel Vergnügen!

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