Tourismusregion Klagenfurt am Wörthersee

Geschichte entdecken

Maria Saaler Dom, Foto: Wolfgang Handler

Von einer Epoche zur andern wandern: Die Marktgemeinde Maria Saal ist ein im wahrsten Sinn des Wortes historischer Boden. Auf Schritt und Tritt können Besucher steinerne Zeugen der spannenden Geschichte Kärntens entdecken.

Die Marktgemeinde Maria Saal im Norden der Kärntner Landeshauptstadt Klagenfurt ist ein bedeutender Wallfahrtsort für Gläubige aus dem gesamten Alpen-Adria-Raum. Sie liegt weithin sichtbar auf einer Anhöhe im Osten des Zollfelds, einer etwa zehn Kilometer langen Talebene der Glan zwischen Magdalensberg und Ulrichsberg.

Geschichte erleben kann man in der Umgebung auf Schritt und Tritt: Der vom Kärntner Landesmuseum betreute Archäologiepark auf dem Magdalensberg bringt Besuchern den Alltag in der römischen Provinzhauptstadt näher. Bis heute kennt man weder ihren Namen noch den Grund, warum sie im 1. Jahrhundert nach Christus verlassen wurde. Neue Provinzhauptstadt und später auch Bischofssitz wurde die Stadt Virunum auf dem Zollfeld. Ihre Überreste sind bisher nur zum Teil freigelegt. Das restaurierte Amphitheater, in dem einst Gladiatoren gegen wilde Tiere gekämpft haben, kann gegen Voranmeldung im Rahmen von Führungen besichtigt werden.

Karnburg

Karnburger Kirche, Foto: Wallner

Die außergewöhnliche Rolle dieses Ortes unterstreicht die Tatsache, dass der Name des Landes Karantanien, Kärnten, von Karnburg, dem politischen Zentrum des Frühmittelalters, herzuleiten ist. Karnburg wurde vermutlich um das Jahr 600 n. Chr. Zum Zentrum des karantanischen Fürstentums. Die königliche Pfalz in Karnburg existierte bereits am Ende des 9. Jahrhunderts.

Im Jahre 887 wurde Arnulf von Kärnten König des ostfränkischen Reiches und ein Jahr später feiert er auf der königlichen Pfalz Karnburg das Weihnachtsfest. Die Pfarrkirche von Karnburg entstand aus einer ursprünglich karolingischen Pfalzkapelle und ist eine der ältesten Kirchen in Österreich. In seiner Bausubstanz ist es eine typisch karolingische Chorturmkirche, das Mauerwerk teilweise in Fischgrätmuster ausgeführt. Die vorhandenen Fresken zählen zu den ältesten Kärntens.

Herzogstuhl

Herzogstuhl, Foto: Wallner

Als um 590 Slawen Kärnten sowie Teile der heutigen Bundesländer Steiermark und Salzburg besiedelten, wurde die Ortschaft Karnburg im heutigen Gemeindegebiet von Maria Saal zum Regierungssitz („Curtis Carantana“) ihres Fürstentums. Karnburg war später auch Hauptstadt des Kärntner Herzogtums, Kaiser Arnulf von Kärnten hatte hier eine Kaiserpfalz. Eine wichtige Rolle bei der Inauguration der Herzöge spielte der steinerne Herzogstuhl auf dem Zollfeld, der dort bis heute besichtigt werden kann.

Die imposante Wallfahrts- und Stiftskirche Maria Saal  gehört wie das Gotteshaus von Karnburg zu den frühesten Kirchengründungen Kärntens und geht auf den im 8. Jahrhundert vom Bistum Salzburg nach „Karantanien“ entsandten Bischof Modestus zurück. Ihre heutige spätgotische Form erhielt sie Anfang bis Mitte des 15. Jahrhunderts, als sie mit den umliegenden Klostergebäuden zu einer Wehrkirche ausgebaut wurde, die der Bevölkerung während der Türkeneinfälle Schutz gewährte. Nach einem verheerenden Brand 1669 erhielt die Kirche bei der Wiederherstellung ihr heutiges Aussehen. Damals wurde für den Nordturm die „Maria Saalerin“, Kärntens größte Glocke, gegossen und 1688 geweiht.

Freilichtmuseum

Freilichtmuseum Maroa Saal, Foto: Wolfgang Handler

Das Kärntner Freilichtmuseum in Maria Saal  ist das älteste Museum seiner Art in Österreich. Es zeigt bäuerliche Haus- und Hofformen aus den verschiedensten Landesteilen, die einen Einblick in die Wohn- und Wirtschaftsweise vergangener Zeiten ermöglichen.

Neben den historischen Bauernhäusern wird dem Besucher auch das bäuerliche Handwerk im sogenannten „Industriegelände“ vor Augen geführt. Dort befinden sich Flodermühlen, Sägemühle, Kohlenmeiler und ein Kalkofen. Eine ländliche Gaststätte sorgt für das leibliche Wohl der Gäste. In den Rundgang durch das Kärntner Freilichtmuseum ist auch ein Naturlehrpfad integriert, der Interessierte mit landestypischen Pflanzen und deren Lebensräumen vertraut macht.

Tonhof

Tonhof Maria Saal

Die Geschichte des Tonhofes ist eng verknüpft mit dem legendären Künstler-Ehepaar Maja und Gerhard Lampersberg, die das Gebäude 1954 zur Hochzeit erhalten hatten. Im Wiener Artclub lernte das Paar den jungen Thomas Bernhard kennen und lud ihn auf seinen Landsitz ein.

Ab 1960 hebt sich in der Scheune des Tonhofs der Vorhang und zunehmend etabliert sich der Tonhof als literarisches Lusthaus der Wiener Avantgarde. Es verkehren namhafte Künstler wie Gerhard Rühm. Spätere Besucher sind auch Wolfgang Bauer, Peter Turrini, Josef Winkler, Peter Handke oder Gert Jonke. Die großzügige Mäzenin Maja Lampersberg ermöglichte durch ihre Gastfreundschaft den "Tonhof-Kindern" zu schreiben, zu komponieren und zu malen: "Das Haus war immer offen ..." Mit dem Tod des Komponisten Gerhard Lampersberg im Jahre 2002 kehrte Ruhe im Tonhof ein. Heute aber wird der Tonhof wieder „bespielt“. Es gibt Theatervorstellungen, Lesungen, Konzerte u. v. m.

Kontakt

Tourismusbüro im Domshop
Am Platzl 7
9063 Maria Saal
Österreich/Austria

T: +43 4223 51145 oder +43 664 4543903
E: modestusladen-mariasaal@kath-pfarre-kaernten.at
W: www.mariasaal.at

April bis November:
täglich von 9:00 bis 17:00 Uhr

November bis April (Marktgemeinde Maria Saal):
Montag bis Donnerstag von 8:00 bis 16:00 Uhr
Freitag von  08:00 bis 12:30 Uhr
T: +43 4223 2214
E: maria-saal@ktn.gde.at